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Zinsen über 5%

OAWS Redaktion16. September 20262 Min

Zinsen auf 10-jährige US-Staatsanleihen sind gestern zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen. Die Rendite liegt damit bei rund 5%. Und je höher die Zinsen auf "sichere" Staatsanleihen, desto unattraktiver werden Aktien im Vergleich.

Wir wollten heute nochmal genauer erklären, was dahintersteckt.

Die Logik dahinter: Wenn eine sichere Staatsanleihe schon 5% bringt, überlegen große Investoren wie Versicherungen, ob sie das Aktienrisiko überhaupt eingehen sollen. In einem Umfeld von Nullzinsen bleibt ihnen kaum was anderes übrig. Dieses "Reach for Yield"-Phänomen hat Aktienmärkten jahrelang geholfen. Fällt das weg, wird es für riskante Anlagen eng.

Wachstumsaktien besonders betroffen: Junge Tech- und KI-Firmen investieren heute viel, um erst in Jahren Gewinne zu machen. Aber ein Gewinn in zehn Jahren ist weniger wert als einer heute. Je höher die Zinsen, desto stärker dieser Effekt. Darum reagieren Wachstumsaktien auf Zinsen besonders empfindlich.

Akut gefährlich für verschuldete Firmen: Hohe Zinsen treffen vor allem hoch verschuldete Unternehmen. Dabei sollte man nicht nur auf die Nettofinanzschulden schauen, sondern vor allem auf das Interest Coverage Ratio, also wie oft eine Firma ihre Zinszahlungen mit dem operativen Gewinn decken kann.

Schuldenstruktur checken: Wer tiefer einsteigen will, sollte sich anschauen, ob die Schulden fixe oder variable Zinsen haben. Und wie lang sie laufen. Wenn eine Firma bald einen günstigen Kredit zurückzahlen muss und kein Cash dafür hat, muss sie sich zu deutlich höheren Zinsen neu verschulden.