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Xiaomis Auto-Wette

OAWS Redaktion7. September 20262 Min

Xiaomi hat auf der IFA in Berlin angekündigt, ab 2027 E-Autos in Deutschland zu verkaufen. Deutschland soll der erste Markt in Europa werden. Dass Xiaomi überhaupt Autos baut, ist noch ziemlich neu, aber das Geschäft hat den Konzern in Rekordzeit verändert.

Rasanter Aufbau: 2024 kam das erste E-Auto, 2025 wurden schon über 410.000 Stück ausgeliefert. Die Autosparte macht inzwischen fast ein Viertel vom Gesamtumsatz (65 Mrd. $). Ein Jahr vorher waren's nur 10%.

Das Kerngeschäft bröckelt: Xiaomi ist einer der größten Handyhersteller der Welt, aber der Marktanteil ist von fast 17% (Q2 2021) auf 11% gefallen. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Handy liegt bei nur 155 $. Dazu sind die Speicherchippreise durch den KI-Boom explodiert. Diese Kosten kann Xiaomi im Billigsegment kaum weitergeben. Die Marge im Handygeschäft ist auf ein Mehrjahrestief gefallen.

Der Gegenplan: Eigene Chips, eigene KI, eigenes Betriebssystem. Handy, Auto und Haushaltsgeräte sollen aus einer Hand kommunizieren. Das machen Samsung und Apple aber auch. Die teuren Speicherchips muss Xiaomi weiter zukaufen.

Auto noch nicht profitabel: Die Bruttomarge der Autosparte ist zwar höher als bei den Handys. Unterm Strich verdient sie aber noch nicht zuverlässig Geld. 2025 war sie das erste Mal knapp operativ profitabel, im ersten Halbjahr 2026 gab's wieder Verluste. Auch die Auslieferungen liegen inzwischen deutlich unter dem Niveau vom Jahresanfang.

Die Probleme sieht man an der Aktie. Im Sommer 2025 war Xiaomi fast 200 Mrd. $ wert, heute weniger als 100 Mrd. $. Mit einem erwarteten KGV von 23 ist die Aktie davon abhängig, dass die Auto-Wette aufgeht. Sicher ist das aber nicht.

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