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Wo steht das Amazon Südostasiens?

OAWS Redaktion12. August 20262 Min

Das südostasiatische Amazon Sea Limited (+14%) hat gestern mit neuen Zahlen überzeugt. Wir haben dazu im Podcast mit dem langjährigen Sea-Investor Baki Irmak gesprochen. Hier paar der Insights:

Das Unternehmen besteht im Kern aus drei Teilen: der Gaming-Plattform Garena, dem E-Commerce-Geschäft Shopee und der Fintech-Sparte Monee.

Shopee wächst, aber teuer: Der E-Commerce-Umsatz ist 48% gestiegen, das klingt stark. Aber das Warenvolumen ist nur knapp 30% gewachsen und der Gewinn sogar nur 10%. Der Grund: Shopee subventioniert massiv die Logistik, um gegen Konkurrenten wie Mercado Libre und TikTok Shop zu bestehen. Die Take-Rate geht zwar langfristig nach oben, aber in Wettbewerbsphasen wird immer wieder kräftig investiert.

Garena finanziert den Rest: Die Gaming-Plattform war historisch die Cash-Maschine des Konzerns. Problem: Fast der gesamte Erfolg hängt an einem einzigen Spiel, Free Fire. Ein zweites Hit-Game hat Sea bisher nicht entwickelt. Die Zahlen waren solide, aber kein Blowout.

Monee wächst, hat aber Risiken: Das Kreditbuch liegt bei über 11 Mrd. $. Die Kreditvorsorge gemessen am Kreditbuch liegt bei rund 22-23%, das ist hoch. Allerdings ist auch die Zinsmarge hoch. Dazu kommt ein bilanzieller Effekt: Nach US-GAAP müssen erwartete Kreditverluste sofort im ersten Jahr verbucht werden, während die Zinserträge über die Laufzeit verteilt reinkommen. Wenn das Kreditbuch langsamer wächst, dürfte die Kreditvorsorge spürbar sinken.

Bewertung: Mit einem erwarteten KGV von 30 und rund 30% Umsatzwachstum wirkt Sea für ein so schnell wachsendes Unternehmen nicht teuer. Das Wachstum dürfte sich laut Konsens auf eher 20% abschwächen, aber die Margen gehen deutlich nach oben. Fair bewertet, aber kein Mega-Schnäppchen, sagt Baki Irmak.