
120 Millionen Bonus für Ex-ProSieben-CFO
120.023.703 Dollar. So viel soll Gunnar Wiedenfels kassieren, wenn Paramount Skydance den Konkurrenten Warner Bros. Discovery übernimmt. Wiedenfels ist CFO von Warner Brothers und gebürtiger Deutscher. 2017 ist er von ProSiebenSat.1 zu Discovery gewechselt, hat die Mega-Fusion mit WarnerMedia 2022 als CFO begleitet und seither WBDs massive Schuldenstruktur von rund 40 Milliarden Dollar gemanagt. Zur Einordnung: Seine Abfindung entspricht ziemlich genau 10 % von ProSiebens aktuellem Börsenwert.
Damit ist er der drittbestbezahlte Manager in diesem Deal, hinter Jean-Briac Perrette (142 Mio.) und Bruce Campbell (122 Mio.). CEO David Zaslav steht bei unfassbaren 887 Millionen Dollar. Allein 335 Millionen davon sind ein Steuerausgleich.
Übrigens nicht der einzige Deutschsprachige mit einem fetten Paket: Gerhard Zeiler, Österreicher, ehemaliger ORF-Generalintendant und CEO der RTL Group steht bei rund 82,6 Millionen Dollar.
Der Mann, der CEO werden sollte
Die eigentliche Story hinter Wiedenfels' Paket: Er war nicht einfach nur CFO. Im Juni 2025 hat WBD angekündigt, sich in zwei börsennotierte Unternehmen aufzuspalten. Streaming & Studios sollte Zaslav als CEO führen. Das lineare TV-Geschäft mit CNN, Discovery Channel, Food Network und den internationalen Sendern firmierte unter dem Namen Discovery Global. Wiedenfels sollte dort CEO werden. Das wird jetzt nicht passieren.
Was in den 120 Millionen steckt
Der größte Brocken: 113 Millionen Dollar in Aktien Awards. Davon allein 94 Millionen in Performance Stock Units, deren Wert davon abhängt, wie das Board die Zielerreichung bewertet. Dazu kommen 6,6 Millionen Abfindung in bar und 266.000 Dollar für Krankenversicherung und Umzugskosten zurück nach Deutschland.
Zeilers 82,6 Millionen setzen sich ähnlich zusammen: 70,7 Millionen in Performance Stock Units, 15,5 Millionen in Aktienoptionen und 11,9 Millionen Abfindung in bar. Die wird laut Vertrag auf Basis eines Wechselkurses von 1,16 USD/EUR berechnet, sein Vertrag läuft also in Euro.
Die verrückteste Fußnote im ganzen Deal
Sie hat nichts mit Wiedenfels zu tun, zeigt aber, was für ein Zirkus so ein Übernahmeprozess ist.
Mitten in den Verhandlungen zwischen WBD, Paramount Skydance und Netflix tauchte am 18. Februar 2026 ein Angebot einer Firma namens Nobelis Capital aus Singapur auf. Das WBD Board nutzte zu dem Zeitpunkt gerade eine von Netflix gewährte Verhandlungsfrist mit PSKY. Nobelis hat 32,50 Dollar pro Aktie in bar geboten, also mehr als Paramount. In der beigefügten Präsentation hieß es, man habe 7,5 Milliarden Dollar bei J.P. Morgan hinterlegt und weitere 10 Milliarden bei HSBC.
WBDs Anwälte und Banker prüften das Angebot. Ergebnis: Niemand konnte bestätigen, dass Nobelis irgendwelche nennenswerten Vermögenswerte besaß. Die angebliche Einlage bei J.P. Morgan? Nicht auffindbar. Ein in der Präsentation genannter Investmentbanker? Sagte den Anwälten von WBD, er habe noch nie von Nobelis gehört und sei nie von ihnen beauftragt worden.
WBD ignorierte das Angebot. Nobelis meldete sich nicht mehr, bis zum 9. März, also nach Unterzeichnung des Merger Agreements. Da drohte Nobelis mit Klagen und forderte eine "Vergleichsvereinbarung" innerhalb von 48 Stunden. Inklusive einer Strafzahlung von WBD in Höhe von 3,5 % des Transaktionswerts (rund 2,7 Milliarden Dollar) plus "voller Kostenerstattung für den Aufbau unserer 10-Milliarden-Dollar-Escrow-Architektur." Warner Brothers hat das ignoriert.
Warner Bros Manager werden reich
| Name | Cash ($) | Equity ($) | Perks ($) | Tax ($) | Total ($) |
|---|---|---|---|---|---|
| David Zaslav | 34.219.178 | 517.204.781 | 44.195 | 335.368.021 | 886.836.175 |
| Gunnar Wiedenfels | 6.610.625 | 113.146.795 | 266.283 | — | 120.023.703 |
| Bruce L. Campbell | 18.805.973 | 102.676.898 | 43.347 | — | 121.526.218 |
| Jean-Briac Perrette | 18.193.151 | 123.896.922 | 41.551 | — | 142.041.624 |
| Gerhard Zeiler | 11.894.122 | 70.688.618 | — | — | 82.582.740 |