
Wasser Investment
Googles Rechenzentren haben zuletzt über 30 Mrd. Liter Wasser im Jahr verbraucht. Dazu kommen die klassischen Treiber: wachsende Städte, Klimawandel und eine marode Infrastruktur. An dem Megatrend Wasser kann man auf vier Arten mitverdienen.
•Die Versorger: American Water ist der größte in den USA und versorgt über 14 Mio. Menschen. Das Business ist reguliert, die Erträge planbar, dafür aber gedeckelt. Seit 17 Jahren gibt's eine steigende Dividende (aktuell rund 2,5%). Gerade schluckt American Water den Konkurrenten Essential Utilities, zusammen kommen beide auf rund 60 Mrd. $ Unternehmenswert. Die Aktie hat auf fünf Jahre 15% verloren, aber nicht wegen schwachem Geschäft, sondern weil hohe Zinsen den ganzen Sektor gedrückt haben. Das KGV von 24 liegt unter dem langjährigen Schnitt von 29.
•Die Schaufelverkäufer: Xylem baut Pumpen, smarte Wasserzähler und Aufbereitungsanlagen. Also die Technik, ohne die kein Wasserwerk läuft. Rund 9 Mrd. $ Umsatz, Prognose zuletzt angehoben, Bewertung beim 20-fachen vom erwarteten Gewinn.
•Die Spezialisten: Die japanische Kurita liefert Reinstwasser für Chipfabriken. Quasi ein Wasser-Abo für die Halbleiterindustrie. Die Aktie hat auf ein Jahr über 50% gewonnen und ist mit einem KGV von 22 etwas teurer als der Fünfjahresschnitt.
•Die Dienstleister: Veolia aus Frankreich betreibt die Wasserversorgung für über 100 Mio. Menschen weltweit. 40% vom 44 Mrd. € Umsatz kommen aus Wasser, der Rest aus Abfall und Energie. Die Verträge laufen oft über Jahrzehnte und sind an die Inflation gekoppelt. KGV von 14 wirkt günstig, aber die Firma hat rund 20 Mrd. € Schulden.
Wer nicht auf eine einzelne Firma setzen will: Der iShares Global Water ETF hält die 50 größten Wasserfirmen der Welt, kostet 0,65% und liegt auf fünf Jahre 35% im Plus. Kleiner Nachteil: Die zehn größten Positionen machen über die Hälfte aus. Wichtig ist der Anlagehorizont. KI-Hype-Aktien gibt's hier weniger, dafür ein Trend, der wohl nicht verschwinden dürfte.