
Versteckte Werte?
Outdoormarken boomen. Amer Sports (Arc'teryx, Salomon) hat am Dienstag Zahlen gebracht und den Umsatz wieder um 30% gesteigert. Problem: Die Aktie hat sich seit dem Börsengang 2024 fast verdreifacht. Wer günstiger vom Outdoor-Trend profitieren will, sollte die VF Corp. auf dem Schirm haben.
Mit 6 Mrd. Börsenwert ist die Firma heute so viel wert wie vor 17 Jahren in der Finanzkrise. Dabei stecken dahinter große Marken: The North Face und Timberland machen 60% vom Umsatz und sind währungsbereinigt letztes Jahr um 5% gewachsen. Das Problem liegt aber woanders:
•Vans zieht alles runter: Der Umsatz hat sich in vier Jahren knapp halbiert. Neue Modelle fehlen, günstige Kopien gibt's überall. Ähnliches Bild wie bei Nikes Tochtermarke Converse.
•Aufräumen läuft: VF hat Problemmarken wie Supreme und Dickies verkauft und damit Schulden getilgt. Die Nettoschulden sind mit fast 3 Mrd. $ aber immer noch hoch, ein Grund für das niedrige KGV von 13 (Schnitt der letzten 10 Jahre: 21).
•Die Rechnung: Wenn VF die restlichen Taschen- und Lifestyle-Marken (Eastpak, Vans) verkauft, sollten selbst mit ordentlich Abschlag gut 3 Mrd. $ rauskommen. Nach Steuern und Verkaufskosten würde das reichen, um alle Nettoschulden zu tilgen.
•Was dann übrig bleibt: Ein schuldenfreies, wachsendes Outdoor-Business, das rund 1 Mrd. $ operativen Gewinn macht zu einer Bewertung von 6 Mrd. $. Dazu kommt die Laufschuhmarke Altra, die letztes Jahr 30% auf über 250 Mio. $ Umsatz gewachsen ist.
Die Krux: Das Management will den Turnaround bei Vans selber schaffen. Damit bleibt das Risiko, dass genau das schiefgeht und die Marke weiter Wert verliert, statt verkauft zu werden.