
Veolias Megatrend-Kombo
Trinkwasser, Müll, Wärme, Strom: Veolia ist mit rund 45 Mrd. € Umsatz einer der größten Umweltdienstleister der Welt. An der Spitze steht seit 2022 Estelle Brachlianoff, eine Ingenieurin, die seit 2005 im Konzern ist und sich von der Abfallsparte in Paris über das gesamte UK-Geschäft nach oben gearbeitet hat.
Ihr Fokus liegt auf drei Wachstumsfeldern:
•Rechenzentren: Der KI-Boom braucht nicht nur Strom, sondern auch riesige Mengen Wasser zur Kühlung. Dazu produzieren Rechenzentren Elektroschrott, und Chip-Hersteller arbeiten mit hochgiftigen Chemikalien, die aufwendig entsorgt werden müssen. All das löst Veolia. Aktuell macht der Bereich 550 Mio. €, bis 2030 soll er auf 1 Mrd. € wachsen.
•PFAS-Entsorgung: Ewigkeitschemikalien stecken in Kochgeschirr oder Regenkleidung, bauen sich aber in der Natur nicht ab. EU und USA haben gerade verbindliche Grenzwerte eingeführt. Veolia hat mit „Drop" eine patentierte Technologie, die PFAS bei über 900 Grad nahezu vollständig vernichtet. Auch hier ist das Ziel: 1 Mrd. € Umsatz bis 2030.
•Sondermüll-Deal: Für 3 Mrd. $ kauft Veolia den US-Entsorger Clean Earth. Damit soll der Sondermüll-Umsatz auf 5 Mrd. € steigen.
Durch solche Zukäufe hat Veolia Nettoschulden von rund 20 Mrd. €. Der Börsenwert von 25 Mrd. € steht für ein erwartetes KGV von 15. Damit ist die Aktie noch etwas günstiger als im Schnitt der letzten zehn Jahre. Dazu gibt's 4% Dividendenrendite. Zum Vergleich: Konkurrent Waste Management kommt auf ein KGV von 27, ist aber nur im Bereich Entsorgung unterwegs und hat weniger Schulden.