
UPS unter Druck
UPS war 2022 noch 200 Mrd. $ wert, heute sind‘s weniger als 90 Mrd. $. Das ist niedriger als 2013. Konkurrenten DHL und FedEx stehen dagegen nahe ihren Rekordhochs. FedEx ist im Frühjahr sogar beim Börsenwert zum ersten Mal an UPS vorbeigezogen.
Die Zahlen von gestern waren solide (Umsatz +7%, Prognose angehoben, Aktie +6%), aber am großen Bild hat sich nichts geändert. Das Problem ist strukturell:
•Amazon als Feind und Freund: UPS macht zwei Drittel vom Umsatz mit US-Paketen. Der gefährlichste Konkurrent ist mit Amazon ausgerechnet der größte Kunde. Amazon liefert in den USA inzwischen mehr Pakete selbst aus als UPS. Die übrigen Amazon-Pakete haben kaum Geld gebracht, deshalb hat UPS die Menge mehr als halbiert, Zehntausende Stellen gestrichen und über hundert Standorte dichtgemacht.
•Teure Belegschaft: Die Fahrer sind gewerkschaftlich organisiert und bekommen inklusive Sozialleistungen im Schnitt rund 145.000 $ im Jahr.
•Konkurrenz im Vorteil: DHL verdient vor allem mit internationalem Express und profitiert davon, dass Luftfracht knapp und teuer ist. FedEx spart seit Jahren kräftig und hat im Sommer die Frachtsparte abgespalten.
•Dividende: Die Dividendenrendite liegt bei über 6%, aber die Dividende wird zum ersten Mal seit 16 Jahren nicht erhöht. UPS schüttet aktuell rund 90% vom erwarteten Gewinn aus, langfristig sollen‘s nur 50% sein. Dazu kommen rund 25 Mrd. $ Schulden.
Das erwartete KGV liegt bei 13, unter dem 10-Jahres-Schnitt von 16. FedEx und DHL stehen aktuell bei 16. Wer Geduld hat und an den Umbau glaubt, kassiert fürs Warten eine hohe Dividende. Aber auf den Turnaround kann man auch lange warten – musste man zumindest in den letzten Jahren.
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