
“Unterschätzteste KI-Aktie”
US-Hedgefonds Kerrisdale Capital hält den Aachener Maschinenbauer Aixtron für die "unterschätzteste KI-Aktie" an der Börse.
Das ist auf den ersten Blick ungewöhnlich. Aixtron hat bisher nicht signifikant vom KI-Boom profitiert. Denn ihre Maschinen zur sogenannten Epitaxie werden in allen Halbleiterbereichen gebraucht, nicht nur für High-End-KI-Chips. Weil andere Segmente wie die Auto-Chips grad nicht so gut laufen, hilft auch der KI-Boom grade noch nicht wirklich.
Kerrisdale sieht aber zwei zentrale Wachstumstreiber, die Aixtron in den nächsten Jahren massiv anschieben sollen:
•Power-Chips (Der Haupttreiber): Maschinen für Stromfluss-regulierende Chips machen über 60% des Umsatzes aus. NVIDIA arbeitet intensiv daran, dass Strom mit mehr Spannung durch Rechenzentren fließen kann, um die effizienter zu machen. Dafür werden spezielle Power-Chips benötigt, die z.B. Infineon herstellt. Und genau dafür braucht es die Epitaxie-Maschinen von Aixtron.
•Laser-Chips (Der Beschleuniger): Die Maschinen von Aixtron werden auch zur Produktion von Laser-Chips gebraucht. Und die Laser wiederum werden für den Datentransfer innerhalb von Rechenzentren eingesetzt.
Die Rechnung von Kerrisdale: Der Umsatz von Aixtron könnte sich bis 2029 auf 1,4 Mrd. € mehr als verdoppeln. Bei 30% Marge wären das 400 Mio. € EBITDA. Gemessen an der aktuellen Bewertung von 1,8 Mrd. € wäre das Unternehmen dann sehr günstig.
Aber diese Effekte wird man erst ab 2027 richtig spüren. Bis die These von Kerrisdale aufgeht, wird's also noch dauern.
Außerdem ist Aixtron zwar Marktführer, aber die Konkurrenz wird stärker. Gerade China, wo Aixtron zuletzt 30% vom Umsatz gemacht hat, versucht alles, um die Halbleiterequipment-Märkte selbst zu kontrollieren. Der Konkurrent dort heißt AMEC, der US-Konkurrent ist Veeco.