
Uniqlo will Zara schlagen
Tadashi Yanai hat in seinen 30ern den kleinen Klamottenladen von seinem Vater übernommen. Er ist bis heute Großaktionär von Uniqlo beziehungsweise Fast Retailing und mit einem Vermögen von 60 Mrd. $ der mit Abstand reichste Japaner.
Denn Uniqlo wächst stark und wird mit einem KGV von 50 und einem Börsenwert von 145 Mrd. $ bewertet.
Yanai will alleine in den USA 20 Mrd. $ Umsatz erreichen. Das ist das Zehnfache vom aktuellen US-Geschäft und das Dreifache vom Heimatmarkt Japan.
•Am Freitag hat die Aktie über 10% zugelegt, weil rauskam, dass Uniqlo zwischen August und Februar 15% gewachsen ist. International sogar über 20%, in Nordamerika um die 30%.
•Nordamerika und Europa machen zusammen mittlerweile über 20% vom Umsatz aus, das ist mehr als China. Nur Japan ist mit 30% noch größer.
•2001 ist Uniqlo viel zu schnell in UK expandiert und gescheitert. 2005 kamen erste US-Läden, aber der Erfolg hat lang auf sich warten lassen. In New York und San Francisco hat's funktioniert, aber in amerikanischeren Regionen kannte niemand die Marke. Die Klamotten waren anfangs auch zu klein geschnitten. Inzwischen passt Uniqlo das Sortiment an. In Texas gibt's Designs von lokalen Künstlern und man kann sich die Texas-Flagge auf Shirts drucken lassen.
Die These: Wenn Uniqlo erstmal bekannt genug ist, sollen dieselben Argumente ziehen wie in Asien und Europa: vergleichsweise günstig, solide Qualität und Basics, bei denen man weniger falsch machen kann als beim nächsten Trend-Kauf bei Zara. Solche Staples in der Qualität zu dem Preis zu produzieren braucht Skaleneffekte, die junge Firmen nur schwer abbilden können. Das ist der Burggraben.
Aber bei einem KGV von 50 muss man sehr langfristig dabei sein, um noch relevant Luft nach oben zu haben.