
Uncrustables-Imperium
Zwei Scheiben Toast ohne Kruste, gefüllt mit Erdnussbutter und Marmelade, tiefgefroren verkauft. Klingt nach dem simpelsten Produkt der Welt. Ist es auch. Aber Uncrustables hat gerade die 1 Mrd. $ Umsatzmarke geknackt und gehört damit zu den spannendsten Marken im Portfolio von J.M. Smucker.
•Die Geschichte: 1995 erfunden, 1998 für 1 Mio. $ an J.M. Smucker verkauft. 2011 lag der Umsatz bei 116 Mio. $, jetzt bei über einer Milliarde. Für die neue Fabrik hat der Konzern 1,1 Mrd. $ investiert.
•Gratis-Marketing: Uncrustables hat ikonischen Status in den USA. Travis Kelce ist Fan, Rapper Lil Yachty auch. Sogar die Astronauten der Artemis-2-Mission haben nach der Landung als Erstes Uncrustables verlangt. Der CEO hat 2023 gesagt, dass sie kaum in Marketing investieren mussten, weil sie ohnehin nicht genug produzieren konnten.
•Neue Hebel: High-Protein-Varianten und seit diesem Jahr sind die Produkte "Fridge-Friendly" (bis zu 5 Tage im Kühlschrank nach dem Auftauen). Das Wachstum soll aber moderater werden, dabei aber trotzdem über 5% pro Jahr liegen.
•Das Problem: J.M. Smucker macht insgesamt 8 Mrd. $ Umsatz mit vielen anderen Marken, die deutlich schlechter laufen. Darum liegt das KGV bei einem Börsenwert von 12 Mrd. $ und 1 Mrd. $ Nettogewinn nur bei 12 und dazu gibt’s eine Dividendenrendite von 4% (24 Jahre in Folge angehoben).
Spannend wird's durch den aktivistischen Investor Elliott, der offenbar darauf drängt, schwächere Marken zu verkaufen. Wenn am Ende nur die starken Marken wie Uncrustables, Bustelo-Kaffee und die Tierfutterprodukte übrigbleiben, könnte da Upside drin sein. Aber Stand jetzt kauft man eben auch einen Konzern mit einigen Problemkindern.