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Unbekannte KI-Highflyer

OAWS Redaktion19. Mai 20262 Min

Wir haben letzte Woche kurz die japanische Chemie-Aktie Resonac erwähnt, die dieses Jahr durch die Engpässe in der KI-Chip-Welt durch die Decke ist. Oft sind Aktien nach solchen Rallys schon sehr teuer, deshalb sprechen wir auch eher selten drüber. Aber euch hat interessiert, welche Highflyer es unterm Radar noch so gab, und wir haben uns umgesehen:

Ajinomoto (Japan, +60% YTD): Die Firma hat vor über 100 Jahren als erste Firma Glutamat industriell hergestellt und verkauft heute noch Suppen und Tiefkühlkost. Aber: Ajinomoto produziert auch hauchdünne Isolationsschichten für KI-Chips (sogenannte ABF-Filme). Die sind knapp und das Segment macht schon 30% vom Konzerngewinn aus. Der Börsenwert liegt bei 32 Mrd. $, das erwartete KGV von 37 wirkt für ein Unternehmen, das 80% vom Umsatz mit Lebensmitteln macht, eher teuer.

Modine Manufacturing (USA, +85% YTD): Jahrzehntelang Wärmetauscher für Autos, jetzt Kühlung für KI-Rechenzentren. Das Rechenzentrumsgeschäft soll dieses Jahr um 70% wachsen. Das übrige Geschäft will Modine abspalten. Börsenwert: 13 Mrd. $, KGV von 36, dafür erwarten Analysten aber 50% Wachstum im nächsten Jahr.

Soitec (Frankreich, +500%): Die Franzosen haben bei speziell bearbeiteten Siliziumscheiben weltweit nahezu ein Monopol. Besonders relevant für Photonik (Datenübertragung per Licht). Aber: Der Bereich steht für nur ein Drittel vom Umsatz, der Rest kommt von Smartphone- und Auto-Chips, wo die Lagerbestände hoch sind. Dazu wird im laufenden Jahr sogar ein Verlust erwartet. Äußerst riskant.

AT&S (Österreich, +500% auf Sicht von einem Jahr): Baut Trägerplatten für KI-Chips. Umsatz soll bis 2027 um 40% steigen. Börsenwert: 4 Mrd. €, aber dieses Jahr werden noch Verluste erwartet. Markt nimmt starkes Wachstum vorweg.

Sivers Semiconductors (Schweden, +1.150% YTD): Der Highflyer des Jahres. Auch Photonik und KI. Aber die Zahlen: 34 Mio. $ Umsatz, Verlust, und ein Börsenwert von fast 2 Mrd. $. Das ist das 53-fache vom Umsatz. Obendrauf ermittelt Schwedens Wirtschaftskriminalitätsbehörde wegen eines möglichen Informationslecks. Ein anonymer Account hatte die Aktie auf Social Media beworben, zwei Tage bevor das Unternehmen seine Nasdaq-Pläne ankündigte. Hedgefonds wie Voleon und Two Sigma wetten mit über 6% Short-Interest dagegen.