
Trane kühlt ab
In den USA haben rund 90% der Haushalte eine Klimaanlage. In Europa sind's nur etwa 20%, in Deutschland sogar nur 3%. Das ändert sich: Die Internationale Energieagentur erwartet, dass sich die Zahl der Klimaanlagen in der EU bis 2050 auf rund 275 Millionen mehr als verdoppelt. Und das bringt uns zu Trane.
Trane sitzt zwar in Irland, ist aber eigentlich ein US-Unternehmen. Die Firma baut kaum kleine Klimageräte für einzelne Räume, sondern vor allem die großen Anlagen fürs Gewerbe und Rechenzentren. Im letzten Jahr hat Trane rund 20 Mrd. $ Umsatz gemacht.
Was macht die Firma aus?
•Starkes Servicegeschäft: So eine große Anlage läuft 15 bis 20 Jahre, und in der Zeit laufen Service und Wartung über Trane. Das macht schon ein Drittel vom Umsatz aus, ist margenstärker als der reine Geräteverkauf und wächst zweistellig.
•Volle Auftragsbücher: Die Auftragseingänge bei großen Gewerbeanlagen in den USA sind zuletzt um rund 40% gestiegen. Das Book-to-Bill-Ratio liegt bei 135%. Heißt: Trane bekommt deutlich mehr Aufträge rein, als es grad abarbeiten kann.
•Rechenzentren als Treiber: Der größte Teil der Gewerbekunden sind Rechenzentren, die massiv Kühlung brauchen. Dafür hat Trane die Firma Stellar Energy zugekauft, was allein rund 1 Mrd. $ zum Auftragsbestand beigesteuert hat.
•Europa als Potenzial: Bisher kommen nur rund 13% vom Umsatz aus Europa. Langfristig könnte der Nachholbedarf bei Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen hier ein Wachstumstreiber werden. Im Eigenheim sind aber asiatische Hersteller wie Daikin, Mitsubishi oder Samsung stärker.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 25% im Plus und Trane ist damit rund 110 Mrd. $ wert. Das KGV von 31 liegt über dem Schnitt der letzten Jahre. Dafür hat Trane geliefert: Seit 2020 ist der Umsatz im Schnitt um 11% pro Jahr gestiegen und die Firma ist profitabler geworden. Wer hier einsteigt, wettet aber vor allem darauf, dass der Rechenzentrumsboom anhält.