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Totalschaden-Business

OAWS Redaktion28. Juli 20262 Min

Über 50% Kursverlust seit letztem Mai. Copart, die weltweit größte Online-Auktionsplattform für Autos mit Totalschaden, ist mit 27 Mrd. $ Börsenwert so günstig wie seit vier Jahren nicht mehr. Das Management scheint da eine Chance zu sehen: In den letzten neun Monaten hat die Firma Aktien für über 1,5 Mrd. $ zurückgekauft, der größte Rückkauf in der Firmengeschichte. Dazu stehen noch 4 Mrd. $ Netto-Cash in der Bilanz.

Das Geschäftsmodell: Versicherungen geben geschrottete Autos an Copart, die Firma lagert sie auf eigenen Grundstücken und versteigert sie online. Bezahlt wird von beiden Seiten. In den letzten 10 Jahren ist der Umsatz im Schnitt über 15% pro Jahr auf ca. 4,5 Mrd. $ gewachsen. Aber genau dieses Wachstum stockt jetzt.

Was ist passiert?

Konkurrenz holt auf: IAA (jetzt unter Ritchie Bros.) hat angefangen, selbst Grundstücke zu kaufen statt zu mieten. Damit schmilzt Coparts struktureller Vorteil. Gleichzeitig hat der Versicherer Progressive Volumen Richtung IAA verlagert.

Weniger Vollkasko: Steigende Versicherungsprämien führen dazu, dass viele Amerikaner nur noch Teilkasko abschließen. Geschrottete Wagen landen dadurch gar nicht erst bei Copart.

Autonomes Fahren: Jeder Fortschritt bei Waymo und Co. wird als langfristige Gefahr gedeutet, weil weniger Unfälle auch weniger Totalschäden bedeuten.

CEO-Wechsel: Jeff Liaw geht, Gründer-Schwiegersohn Jay Adair übernimmt wieder. Einen Grund hat Copart nicht genannt.

Es gibt aber auch Rückenwind: Autos werden durch Sensoren, Kameras und Elektronik immer komplexer. Selbst bei kleinen Unfällen wird die Reparatur so teuer, dass Versicherungen den Wagen lieber abschreiben. Das KGV ist von rund 40 auf knapp 17 gefallen. Günstig für Copart-Verhältnisse, aber die Lage ist auch schwerer einzuschätzen als in den letzten Jahren.