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Tech-Anleihen

OAWS Redaktion20. März 20262 Min

Unternehmensanleihen der Tech-Giganten fluten die Kapitalmärkte. Noch bis vor Kurzem haben sie ihre Geschäfte vor allem aus dem Cashflow finanziert, aber KI-Rechenzentren kosten Hunderte Milliarden.

Amazon hat im März 54 Mrd. $ über Anleihen eingesammelt - das ist ein neuer Rekordwert. Die Google-Mutter Alphabet hat sich 32 Mrd. $ geholt. Eigentlich war eine deutlich geringere Summe geplant, aber die Nachfrage war groß. Auch der Softwarekonzern Salesforce hat sich vor paar Tagen mit 25 Mrd. $ frischem Kapital eingedeckt. Der Plan: Im großen Stil eigene Aktien zurückkaufen, weil KI-Sorgen den Kurs fast halbiert haben.

Lohnt sich der Einstieg in die Anleihen?

Die Tech-Anleihen sind besonders interessant für geduldige Anleger. Alphabet hat eine 100-jährige Anleihe ausgegeben. Interessanterweise in britischem Pfund. Mit einer Dollar-Amazon-Anleihe können sich Anleger bis 2076 binden. Beide Wertpapiere werfen aktuell bisschen mehr als 6% ab.

Kurzläufer sind weniger interessant. Aufgrund der hohen Bonität unterscheiden sich die Tech-Anleiherenditen dort kaum von US-Staatsanleihen, in beiden Fällen bekommen Anleger aktuell circa vier Prozent Zinsen.

Außerdem bleibt das Währungsrisiko. Bei Amazon gibt’s neuerdings auch Euro-Anleihen. Alphabet hat sogar Anleihen in Schweizer Franken, aber nur mit Minizinsen. Für alle anderen Anleihen ist das Dollar-Risiko entscheidend und der Dollar wirkt aktuell weder klar über- noch unterbewertet.

Bisher sind die neuen Tech-Anleihen vor allem für Anleger interessant, die sich für Jahrzehnte binden wollen. Interessant könnte es bei einem Tech-Ausverkauf werden, falls dann auch die kürzer laufenden Anleihen deutlich mehr abwerfen als Staatsanleihen.