
T-Mobile stützt Telekom
Ziemliches Hin und Her bei der Deutschen Telekom (+1%) gestern. Auslöser waren die Zahlen der wichtigen US-Tochter T-Mobile US (+5%). Der Umsatz ist im letzten Quartal um 10% auf fast 25 Mrd. $ geklettert und auch der Gewinn lag über den Schätzungen.
Warum hat der Markt trotzdem erst gezuckt?
•Das Kundenwachstum lag bei 960.000. Das ist zwar mehr als bei der Konkurrenz, aber die Wall Street hatte noch mehr erwartet.
•Verizon ist zurück. Mit einem aggressiven Preiskampf hat der Rivale so viele Kunden gewonnen wie seit sechs Jahren nicht.
Das trifft die Deutsche Telekom direkt, denn die US-Tochter liefert zwei Drittel des Konzernumsatzes. Dabei wollte man den Laden 2011 eigentlich an AT&T verkaufen, weil die Expansion nicht lief. Die US-Regierung hat den Deal aber blockiert.
Im Rückblick ein Glücksfall: Die Telekom hat damals eine 3 Mrd. $ Break-Up-Fee und Lizenzen kassiert. Wie CEO Tim Höttges im OMR-Podcast erzählt hat, hat man das Geld genutzt, um "frontal gegen die Wand gefahren" noch mal durchzustarten. Heute ist T-Mobile US der führende 5G-Anbieter in den USA.
Die Krux an der Sache: Trotz der US-Power hat die Telekom-Aktie auf Jahressicht 10% verloren. Mit einem Börsenwert von 140 Mrd. € wird sie aktuell mit dem 13-fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Das ist etwas günstiger als der Zehn-Jahres-Schnitt und es gibt 3% Dividendenrendite.