
SumUp = 10 x Lightspeed?
Wenn man sich die Bewertung von Lightspeed anschaut, kann man über SumUp nur staunen. Der kanadische Anbieter von Kassensystemen ist an der Börse gerade mal 1,8 Mrd. $ wert – und wächst mit über 10% sogar leicht schneller als der europäische Rivale. SumUp hat seinen Sitz zwar in London, wurde aber von Deutschen gegründet. Und die wollen nächstes Jahr mit einer Bewertung von 10 bis 15 Mrd. $ an die Börse gehen. Damit wäre SumUp mehr wert als Eventim, Scout24, Delivery Hero oder Zalando aktuell. Außerdem wäre es sechs- bis zehnmal teurer als Lightspeed – bei fast identischem Geschäftsmodell.
Warum der Unterschied?
•Profitabilität: SumUp hat 2024 rund 86 Mio. € operativen Gewinn gemacht – das entspricht 8% Marge und ist achtmal mehr als im Vorjahr. Lightspeed dagegen steckt mit -13% operativer Marge noch in den roten Zahlen.
•Effizienzfokus: SumUp hat sich zuletzt stärker auf Profitabilität als auf Wachstum konzentriert – will jetzt aber wieder mehr Gas geben.
•Aber: SumUp trägt einen ordentlichen Schuldenberg, Lightspeed dagegen ist fast schuldenfrei.
Trotzdem wirkt die Diskrepanz übertrieben. Sollte SumUp also zu der Bewertung an die Börse kommen, sollte man vor einem Einstieg beide Firmen nochmal genauer vergleichen.
Beide Firmen haben übrigens charismatische Gründer: Dax Dasilva von Lightspeed ist nebenbei noch Filmproduzent und Umwelt-Aktivist. Daniel Klein von SumUp leitet seine Firma von Boulder, Colorado aus und zieht im Hintergrund die Fäden. Wenn der Börsengang gut geht, ist er einer der reichsten deutschen Unternehmer seiner Generation.