
Substrat-Boom
Die Aktie von AT&S liegt seit Jahresbeginn fast 600% im Plus. Der Grund steckt tief in der KI-Lieferkette: Jeder KI-Chip braucht ein sogenanntes Substrat. Das ist quasi der Adapter zwischen dem winzigen Chip und der großen Platine im Gerät.
•Der Engpass: KI-Chips werden immer komplexer, die Substrate immer aufwendiger. Nur eine Handvoll Firmen weltweit kann sie in der nötigen Qualität herstellen. Morgan Stanley rechnet damit, dass die Angebotslücke bis 2030 auf rund 15% steigt.
•Strategische Sonderstellung: AT&S ist der einzige nennenswerte Substrat-Hersteller in Europa. Fast die gesamte Konkurrenz sitzt in Asien. Für westliche Kunden, die Abhängigkeiten reduzieren wollen, ist das ein echtes Argument.
•Boom-Modus: AT&S hat angekündigt, bis zu 2 Mrd. € in den Ausbau der Werke in Malaysia und China zu investieren. Hauptkunde ist AMD, dazu kommt ein zweiter, ungenannter Abnehmer. Die Kunden tragen die Investition über langfristige Zusagen praktisch komplett mit. Dieses Jahr will AT&S rund 50% wachsen.
•Doppelter Hebel: AT&S macht nicht nur Substrate, sondern auch die großen Leiterplatten, auf denen alles zusammenkommt. Auch dort gibt's ein Bottleneck.
ABER: AT&S bedient nur einen kleinen Teil der Lieferkette. Das ist eine Wette, die auch drehen kann. Der Börsenwert liegt bei fast 9 Mrd. €, letztes Jahr hat die Firma noch Verlust gemacht. Analysten rechnen erst 2029 mit über 700 Mio. € Gewinn (KGV dann 13). Die Aktie ist heißgelaufen, auf große Ausschläge muss man sich einstellen.