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Strom-Monopoly

OAWS Redaktion29. Juni 20262 Min

Energieversorger sind eigentlich als stabile, aber langweilige Aktien bekannt. In den letzten zwölf Monaten hat sich das geändert: RWE hat 50% Rendite geliefert, und auf Sicht von fünf Jahren haben sowohl RWE als auch E.ON über 80% gewonnen.

Erstmal der wichtigste Unterschied: RWE erzeugt Strom und ist einer der größten Betreiber von Wind- und Solarparks weltweit. E.ON betreibt die Netze, über eine Million Kilometer allein in Europa.

Wo stehen die beiden grade?

RWEs geht mehr ins Netz: Der Konzern hat für 3,6 Mrd. € die Mehrheit am Netzbetreiber Amprion übernommen. Weil der Bau von Windparks extrem viel Geld kostet und Strompreise schwanken, setzt man mehr auf eine verlässliche Cash-Maschine. Finanziert wird das per Kapitalerhöhung, was den Kurs erstmal belastet hat.

E.ONs Rekord-Investitionen: Das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte läuft, fast 48 Mrd. € bis 2030, vor allem ins Stromnetz. Der Haken: Das Geschäft ist reguliert. Die Bundesnetzagentur legt fest, wie viel E.ON mit den Netzen verdienen darf. Gerade wird diese Verzinsung neu verhandelt. Will die Politik die Bürger entlasten, trifft das E.ON-Aktionäre.

KI als Mega-Treiber: In den USA hat NextEra für fast 70 Mrd. $ den Konkurrenten Dominion übernommen. Der Grund: KI-Server brauchen enorme Strommengen. In Virginia, dem größten Rechenzentrums-Markt der Welt, kommen schon 28% des Stromabsatzes von Rechenzentren. Größe macht den Bau neuer Kraftwerke und Netze günstiger und schneller - auch deshalb gab’s die Übernahme.

Aber mehr Wachstum heißt auch mehr Risiko. Die Konzerne nehmen teilweise massiv Schulden auf, um ihre Investitionen zu stemmen. Bleiben die Zinsen hoch, fressen die Finanzierungskosten einen guten Teil der Gewinne. Dazu kommt: Viele Versorger-Aktien sind nicht mehr so günstig wie früher.

Wer trotzdem vom Trend profitieren will, ohne auf ein einzelnes Unternehmen zu wetten, kann einen Branchen-ETF wie den Xtrackers MSCI World Utilities kaufen (74 Versorger aus Industrieländern). Aber auch da gilt: 60% der Firmen kommen aus den USA, und die zehn größten Positionen machen fast die Hälfte aus. Auf Sicht von fünf Jahren hat der ETF rund 70% gewonnen.