Stifte aus den USA

Stifte aus den USA

OAWS Redaktion06. Oktober 2025

Donald Trumps Lieblingsstift ist der Sharpie. Jetzt hat er noch einen Grund mehr, die dicke Unterschrift zu zelebrieren: Die Stifte werden wieder fast komplett in den USA produziert. Die Firma dahinter, Newell Brands, hat massiv in Automatisierung und Reshoring investiert.

Seit 2018 holt Newell die Sharpie-Produktion zurück in die USA. Mitarbeiter, die früher Stifte verpackt haben, wurden zu Automatisierungs-Spezialisten umgeschult. Das Resultat: Die Gehälter in der Fabrik sind in den letzten fünf Jahren um rund 50% gestiegen. Die Fabrik selbst ist heute drei- bis viermal schneller und liefert eine höhere Qualität als davor. On top spart man sich die teure Logistik.

Klingt nach einem Win-Win, aber an der Börse ist die Story noch nicht angekommen. Year-to-date hat die Aktie über 50% verloren. Warum?

Der Schuldenberg ist riesig. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 2 Mrd. $ drückt eine Nettoverschuldung von über 5 Mrd. $ massiv auf die Stimmung.

Zölle schlagen voll durch. Obwohl 55% der Produkte in den USA gefertigt werden, sorgt der Rest für einen negativen Zoll-Effekt von über 150 Mio. $ in diesem Jahr. Bei dem Börsenwert eine Hausnummer.

Trotzdem gibt’s ein paar spekulative Upside-Wetten. Das Management nutzt die "Made in USA"-Story als Verkaufsargument und drängt Händler, Konkurrenzprodukte aus Asien auszulisten. Das soll dieses Jahr schon 30 Mio. $ Extra-Umsatz gebracht haben. Und dann wäre da noch der politische Faktor: Sollte Newell ernsthaft in Schieflage geraten, könnte ein Tweet von Trump, dem prominentesten Sharpie-Fan, die Aktie pushen. Wie bei Cracker Barrel und American Eagle. Außerdem hat das Management in den letzten Jahren schon viel richtig gemacht, um effizienter zu werden.

Aber: Die Turnaround-Story ist risky. Starke Marken wie Rubbermaid oder Graco treffen auf viel Konkurrenz und der Schuldenberg macht das Unternehmen anfällig für Marktschwankungen.