
SPS Commerce
Wenn ihr eure Produkte in den USA bei Home Depot verkaufen wollt, schickt euch der Baumarkt zu SPS Commerce. Die Firma ist sowas wie die Eintrittskarte in die Lager und Online-Shops der großen US-Handelsketten.
Das Geschäftsmodell: Wenn Walmart bei einem Hersteller Ware bestellt, gehen viele Dokumente hin und her (Bestellung, Versandmeldung, Rechnung), und jede Kette will die in ihrem eigenen Format. Passt das nicht, gibt's Strafzahlungen. SPS übersetzt alles in die Sprache des Händlers und pflegt die Vorgaben von tausenden Handelspartnern.
•Die Größe: Jedes Jahr laufen über das SPS-Netz rund 750 Mio. Transaktionen mit einem Warenwert von 650 Mrd. $. Bei gut 46.000 zahlenden Kunden hat SPS 2025 um die 750 Mio. $ Umsatz gemacht. 96% davon kommen per Abo regelmäßig wieder rein.
•Das Problem: SPS wächst nicht mehr so schnell. 2025 lag das Umsatzwachstum bei 18%, für dieses Jahr rechnet die Firma nur noch mit bis zu 6%. Schon im Oktober 2025 hat SPS die Prognose gesenkt, die Aktie ist an einem Tag um ein Fünftel abgestürzt.
•Die KI-Angst: Wenn KI-Programme von Händlern und Lieferanten irgendwann direkt miteinander reden, braucht es den Übersetzer in der Mitte vielleicht nicht mehr.
•Mögliche Übernahme: Mitte September hat Bloomberg berichtet, dass der Finanzinvestor GTCR über eine Übernahme verhandelt. Bestätigt hat das bisher keiner. Analysten rechnen damit, dass GTCR bis zu 20% drauflegen könnte.
Im Vergleich zur historischen Bewertung wäre aber auch das nicht viel. SPS ist an der Börse 3 Mrd. $ wert, das entspricht dem 16-fachen vom erwarteten Gewinn. Der Schnitt der letzten fünf Jahre liegt eher bei 50. Aber damals war das Wachstum auch schneller und die KI-Angst kleiner.
Risikohinweis: Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und sind zum einen ohne Gewähr und zum anderen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente. Es handelt sich hier nicht um Anlageberatung. Ihr entscheidet selber, was ihr macht.