
Sony = Neues Handelshaus?
Letzten Monat hat Sony die Finanzsparte an die Börse gebracht. Sony hat eine Finanzsparte? Die meisten sehen Sony als Giganten für PlayStation, Spider-Man und Kopfhörer. Das 8 Mrd. $ Direktlisting war das erste in Japan seit über 20 Jahren.
Solche Abspaltungen von sehr unterschiedlichen Segmenten heben meist die Bewertung. Der Konzern gilt dann nicht mehr als "zu komplex" und Investoren können das kaufen, was sie wirklich wollen. Seit der Ankündigung im Mai hat sich das erwartete KGV von Sony von 20 auf 25 verbessert.
In der Branche gibt's jetzt Spekulationen, dass Sony zum Handelshaus à la Mitsui oder Mitsubishi werden will – also ein Beteiligungskonzern, der langfristig wichtige Ressourcen (hier: Content-Rechte) sichert und sie dann verkauft und Lieferketten (hier: Streamingplattformen; Konsolen) organisiert.
Was hat Sony dafür gemacht?
•Sony hat in den letzten 7 Jahren knapp 13 Mrd. $ für Entertainmentrechte ausgegeben (Musik, Games, Film, Anime).
•Man hat mit Crunchyroll die größte Anime-Streamingplattform gekauft.
•Fokus liegt auf dem Entertainment-Business, das rund 80% vom 85 Mrd. $ Gesamtumsatz ausmacht.
•Content-Vernetzung und Monetarisierung: Wird zum Beispiel ein Anime zum Hit, soll schnell ein passendes Videospiel folgen.
Bleibt eine Frage: Was passiert mit der Sensoren-Sparte? Sie macht knapp 10% vom Umsatz aus und liefert Sensoren für Handys und Autos. Sollte Sony wirklich zum reinen Entertainment-Handelshaus werden, wird dieses Segment vielleicht auch noch abgespalten. Andere vergleichbare Sensorhersteller werden mit dem 20-fachen des operativen Gewinns bewertet. Für Sonys Sensoren-Sparte wäre das eine Bewertung von 35 Mrd. $. Sony insgesamt ist grade 170 Mrd. $ wert - das wären also deutlich mehr als 10%.
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