
So geht Hedgefonds
Der zweitgrößte Hedgefonds der Welt kratzt an der Marke von 100 Mrd. $ verwaltetem Vermögen. Trotzdem kennen nur wenige Millennium Management. Seit der Gründung vor fast 40 Jahren hat der Fonds nur ein einziges Mal Geld verloren (2008, und selbst da weniger als 4%) und seitdem im Schnitt ca. 14% Rendite pro Jahr gemacht.
Gründer Israel Englander (77) ist mit über 30 Mrd. $ Privatvermögen einer der 100 reichsten Menschen der Welt. Sein Erfolgsrezept: Er ist kein klassischer Star-Investor mit ein paar riesigen Wetten, sondern hat Millennium als Pod-Shop aufgebaut.
•Das Prinzip: Hunderte kleine Teams (Pods) handeln komplett eigenständig und sind jeweils für ihre Rendite verantwortlich. Millennium stellt das Kapital, die Infrastruktur und sorgt dafür, dass regulatorisch alles passt.
•Die Gebühren: Statt der klassischen 2% Verwaltungsgebühr zieht Millennium Gehälter, Boni und alle Kosten direkt von der Rendite ab und reicht den Rest weiter. Dazu kommen entweder 1% des Gesamtvermögens oder 20% der Performance als Zusatzgebühr, je nachdem, was größer ist. So verdient Millennium auch in schwachen Jahren ordentlich Cash.
•Der Vorteil bei Risiko: Durch die Streuung auf viele Köpfe und Strategien ist das Gesamtrisiko niedriger. Pods, die stark performen, kriegen schnell mehr Geld. Wer Verluste macht, fliegt schnell raus.
•Der Skalierungs-Vorteil: Ein klassischer Hedgefonds mit einem Manager bewegt ab einer gewissen Größe selbst den Markt, wenn er kauft oder verkauft. Pod-Shops haben das Problem nicht, weil das Kapital auf hunderte kleine Pods verteilt ist. Deshalb kann Millennium so groß werden.
Für Überrendite trotz breiter Streuung sorgt übrigens Fremdkapital. Das verstärkt aber auch Verluste. Deshalb ist das Risikomanagement bei jedem einzelnen Pod so streng.