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Skandinaviens Pflegelücke

OAWS Redaktion17. Juli 20262 Min

Bis 2040 wird in Skandinavien jeder vierte Mensch über 65 sein. Schon heute fehlen überall Pflegeplätze und Personal. Genau diese Lücke füllt das schwedische Unternehmen Ambea.

Die 120 Jahre alte Firma betreibt rund 1.000 Einrichtungen für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Kosten übernehmen größtenteils die Kommunen, die Verträge sind an die Inflation gekoppelt. Das bringt Stabilität.

Das Modell: Ambea besitzt die Einrichtungen gar nicht selbst. Sie mieten Gebäude (10-15 Jahre Laufzeit) oder übernehmen die Verwaltung staatlicher Einrichtungen. Letzteres macht 20% vom Umsatz aus und ist besonders risikoarm: Bleiben Betten leer, entstehen keine Kosten durch Mietverträge.

Serial Acquirer: Wachstum kommt vor allem durch Übernahmen von Konkurrenten. Die Hälfte vom Wachstumsziel von bis zu 10% pro Jahr soll so erreicht werden. Zuletzt hat Ambea 300 Mio. $ für die Übernahme von Konkurrent Humana geboten.

Die Zahlen: Seit dem Börsengang 2017 ist der Nachsteuergewinn im Schnitt fast 17% pro Jahr gestiegen, die Aktie hat sich in drei Jahren fast vervierfacht.

Die Schulden: Nettoverschuldung liegt beim 4-fachen vom operativen Gewinn vor Abschreibungen. Kann man wegen des stabilen Geschäfts als vertretbar sehen.

Mit einem erwarteten KGV von 14 wirkt Ambea für das Wachstum günstig. Allerdings: Die Schulden drücken die Bewertung nach unten, und große Übernahmen wie Humana sind riskanter als die typischen kleinen Zukäufe eines Serial Acquirers.