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Simons Erbe

OAWS Redaktion30. März 20262 Min

1960 haben die Brüder Melvin, Fred und Herbert Simon ein kleines Immobilienunternehmen in Indianapolis gegründet. Als das Business in finanzielle Probleme geraten ist, hat Melvins Sohn David seine Karriere als Investmentbanker aufgegeben und ist eingestiegen.

1993 hat er den größten Immobilien-IPO der US-Geschichte hingelegt (fast 1 Mrd. $). Mit 33 wurde er CEO. Wer beim Börsengang investiert und bis heute gehalten hat, kommt auf über 4.300% Rendite. Der S&P 500 hat in der Zeit nur ca. 1.300% geschafft.

Die Strategie: Einkaufszentren in der Krise aufkaufen, Premium-Händler reinholen und Kunden durch Non-Shopping-Angebote wie High-End-Fitnessstudios und Restaurants anlocken.

Die Größe: Über 250 Immobilien mit 19 Quadratkilometern Verkaufsfläche. Mehr als irgendwer sonst auf der Welt. International gehört ihnen z.B. das Parndorf Designer Outlet in Österreich.

Das Geschäftsmodell: Grundmiete plus Umsatzbeteiligung der Händler. Die Auslastung lag (abgesehen von der Pandemie) immer über 95%. Umsatz mittlerweile bei 6 Mrd. $.

Die Offline-These: Onlinehandel macht in den USA fast 30% der relevanten Einzelhandelsumsätze aus. Aber Simon hat sich immer auf die besten Standorte konzentriert, die Händler auf keinen Fall aufgeben wollen. Dazu kommt: Die Gen Z shoppt wieder lieber offline als ältere Generationen.

Die Bewertung: Die Funds from Operations (quasi der Cashflow aus Mieteinnahmen) liegen bei fast 5 Mrd. $. Das ist das 14-Fache vom 70 Mrd. $ Börsenwert, ungefähr auf dem Niveau der Wettbewerber. Dazu gibt's knapp 5% Dividende, aber auch knapp 30 Mrd. $ Schulden.

Nach dem Tod von David Simon letzte Woche übernimmt jetzt sein 38-jähriger Sohn Eli. Die Familie hält weiterhin rund 10% der Aktien und gehört mit fast 12 Mrd. $ Vermögen zu den 40 reichsten Familien der USA.