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Shein zum Schnäppchenpreis?

OAWS Redaktion2. September 20262 Min

Shein ist beim IPO in Hongkong direkt mal 10% abgerutscht, hat sich dann aber wieder auf den Ausgabepreis erholt. Die Bewertung: rund 25 Mrd. $. Klingt viel, ist aber ein Absturz. 2022 lag die Bewertung in einer privaten Finanzierungsrunde noch bei fast 100 Mrd. $. Wer damals eingestiegen ist, hat knapp drei Viertel verloren.

Timon hat mit E-Commerce-Expertin Karo Junker de Neui (Kassenzone-Podcast) über das Business gesprochen. Hier einige Auszüge aus dem Gespräch:

Das Modell: Shein bringt permanent neue Styles in kleinen Stückzahlen online, schaut in Echtzeit, was funktioniert und produziert nur die Gewinner nach. Dazu kommt ein wachsender Marktplatz für Drittanbieter. Ergebnis: über 42 Mrd. $ Umsatz, knapp 300 Mio. aktive Kunden.

Warum jetzt Hongkong? Die früheren IPO-Versuche in New York und London sind unter anderem an der fehlenden regulatorischen Freigabe aus China gescheitert. Diesmal hat Peking grünes Licht gegeben. Hongkong passt auch besser zur operativen Realität, denn ein Großteil der Produktion sitzt weiterhin in China.

Das Wachstumsproblem: Der Umsatz wächst nur noch mit 1%, vor ein paar Jahren waren es über 40%. In den USA ist er sogar rückläufig. Ein Hauptgrund: Sheins struktureller Vorteil (günstige Einzelpakete direkt aus China, fast ohne Zölle) wird in den USA und der EU zunehmend korrigiert. Dazu kommt harter Wettbewerb von Temu und TikTok Shop.

Warnsignal Marketing: Die Marketingquote ist auf 16% vom Umsatz gestiegen (vor drei Jahren: 11%). Karo ordnet ein: „16% Marketingquote bei 40% Wachstum kann ich gut erklären, 16% bei 1% Wachstum hingegen nicht."

Trotz der deutlich niedrigeren Bewertung ist Shein nicht richtig billig. Shein wächst kaum noch und das erwartete KGV liegt bei 15, bei der Temu-Mutter PDD Holdings ist es knapp die Hälfte.