
Secunets Behörden-Burg
Secunet ist der IT-Sicherheitsdienstleister der Bundesrepublik. Wenn Ministerien, die Bundeswehr oder Behörden geheime Daten verschlüsseln müssen, läuft das oft über die Firma aus Essen. Kern ist die Produktfamilie SINA: hochsichere Laptops, Verschlüsselungs-Boxen und eine Cloud-Plattform. Über 250.000 Geräte sind im Einsatz.
Der Public Sector (inkl. Verteidigung und Grenzkontrollen) hat letztes Jahr über 400 Mio. € Umsatz gemacht, knapp 90% vom Gesamtkonzern. Im Q1 hat sich der Auftragseingang auf über 140 Mio. € fast verdoppelt. Trotzdem ist der operative Gewinn ins Minus gerutscht, weil Secunet Leute eingestellt hat, Bonus-Rückstellungen umgestellt wurden und viele Projekte mit margenschwacher Hardware abgewickelt wurden.
Die Wachstumstreiber:
•Defence & Space: Wächst zweistellig, macht schon rund ein Drittel vom Umsatz. Das Bundeswehr-Sondervermögen spielt Secunet direkt in die Karten.
•Homeland Security: Automatische eGates am Flughafen, die Nachfrage zieht europaweit an.
•Quantensichere Verschlüsselung: Die Sorge ist, dass künftige Quantencomputer heutige Verschlüsselung knacken. Secunet baut die Umrüstung schon heute ein. Ab 2027 müssen Firmen nachweisen, dass sie eine EU-Richtlinie dazu umsetzen.
Auf Sicht von fünf Jahren hat sich die Aktie halbiert. Zu Corona war sie krass gestiegen (Beamte im Homeoffice brauchten sichere Laptops), hat die Gewinne aber fast komplett abgegeben. Mit 1,2 Mrd. € Börsenwert kommt Secunet auf ein KGV von 30, unter dem Dreijahresschnitt von 33. Analysten erwarten rund 10% Wachstum p.a. Wichtig wird, dass Secunet aus den vielen Aufträgen auch eine bessere Marge einfährt.