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Schwedens Klima-Compounder

OAWS Redaktion3. Juli 20262 Min

Die meisten Aktien im Klimaanlagenbereich sind zuletzt stark gelaufen - genau wie Trane. Eine sticht aber raus, weil sie seit Jahresanfang 5% im Minus liegt: Beijer Ref. Die Firma wird mit 6 Mrd. € bewertet, das ist ein KGV von 25. Klingt nicht billig, ist aber unter dem eigenen Schnitt der letzten Jahre, der sogar über 30 liegt.

Beijer Ref wurde 1866 in Malmö gegründet und fokussiert sich heute voll auf Klima- und Kältetechnik. Die Firma wächst vor allem durch Übernahmen, ist also ein klassischer Serial Acquirer. In den letzten zehn Jahren hat die Aktie 700% Rendite gemacht, das sind rund 23% pro Jahr. Nur: Die Rendite kam komplett in den ersten fünf Jahren. Seitdem hat sich die Aktie seitwärts bewegt, obwohl der operative Gewinn von rund 100 Mio. € auf über 300 Mio. € gestiegen ist.

So sieht das Business aus:

Das Geschäft: 60% vom Umsatz kommen aus Klimatechnik (Wärmepumpen, Klimaanlagen, auch für Haushalte), 30% aus Kältetechnik (Kühl- und Gefrierschränke für Supermärkte und Gewerbe). Beijer Ref ist dabei vor allem Großhändler für andere Marken, 10% machen eigene Produkte aus.

Regional: 60% Europa, 20% Asien, 20% Nordamerika. Gerade Nordamerika wird stark ausgebaut.

Warum die Seitwärtsbewegung? Die Aktie war vor fünf Jahren sehr teuer, die Baubranche hat unter hohen Zinsen gelitten und das organische Wachstum ist 2023 sogar ins Negative gedreht. Dazu hat der Großaktionär EQT seine Anteile verkauft, was Verkaufsdruck gebracht hat. Der ist jetzt aber vorbei.

Wenn Beijer Ref wie geplant 10 bis 15% Umsatzwachstum durch Übernahmen schafft und die Marge leicht steigert, sind bei gleichbleibendem KGV 10 bis 15% Rendite pro Jahr nicht utopisch. Dass die Aktie wieder an die jährliche Rendite von 23% rankommt, wird aber eher schwierig. Dafür müsste die Firma schneller wachsen als erwartet oder Investoren wieder ein deutlich höheres KGV zahlen. Nachdem man gesehen hat, wie zyklisch das Geschäft ist, wirkt das nicht wahrscheinlich.