← ZurückSchotts Comeback

Schotts Comeback

OAWS Redaktion21. September 20262 Min

Schott Pharma hat sich seit dem Tief im März fast verdoppelt. Die Firma macht Glasfläschchen, Karpulen und vorfüllbare Spritzen für injizierbare Medikamente. Klingt unspektakulär, ist aber ein starkes Business: Durch hohe Qualitäts- und Reinheitsanforderungen können nur wenige Anbieter mitspielen. Entsprechend hoch sind die Margen.

Anfang 2024 war Schott Pharma noch fast 7 Mrd. € wert, im März nur noch knapp 2 Mrd. €. Zwei Probleme: Das Corona-Business ist weggebrochen und ein Streit mit einem Großkunden hat das Glasspritzengeschäft belastet. Dieses Jahr kam die Wende.

Streit gelöst: Schott hat sich mit dem Großkunden geeinigt, inklusive neuer Abnahmegarantien. Gleichzeitig hat die Firma die Prognose angehoben.

Neuer Produktmix: Fast 60% vom Umsatz kommen mittlerweile aus hochwertigen Spezialsystemen. Weg vom simplen Glasbehälter, hin zu komplexen Spritzen und Karpulen.

Neue Treiber: Beim Börsengang war mRNA die Hoffnung, jetzt ziehen GLP-1-Abnehmspritzen und neue Polymeranwendungen wie kosmetische Injektionen. Schott macht sich unabhängiger von einem einzelnen Trend.

Mit 3,5 Mrd. € Börsenwert kommt die Aktie auf ein KGV von 20. Aber es gibt Risiken: Der Gewinn ist nach neun Monaten um rund 10% gefallen, unter anderem wegen Investitionen in neue Werke. Dazu hat ein großer GLP-1-Hersteller zuletzt Lieferverträge bei Zulieferern zusammengestrichen. Schott hält mit Abnahmegarantien dagegen, aber das Klumpenrisiko bleibt. Analysten erwarten für 2027 und 2028 rund 10% Gewinnwachstum. Dafür ist ein KGV von 20 nicht super günstig, aber auch nicht teuer.