
Scholastic, der große grüne Rückkauf
2025 haben US-Firmen zum ersten Mal ever 1.000 Mrd. $ in Aktienrückkäufe gepumpt. Scholastic geht jetzt noch einen Schritt weiter: Der Buchverlag will ein Viertel seiner eigenen Aktien kaufen.
Scholastic hält die US-Rechte an Harry Potter und Hunger Games und hat "Clifford der große rote Hund" groß gemacht. Gerade hat die Firma ihr New Yorker Headquarter und ein Logistikzentrum für 400 Mio. $ verkauft, mietet beides aber für 15 bzw. 20 Jahre zurück. Mit dem Erlös werden Schulden gezahlt und eigene Aktien gekauft.
Was macht Scholastic sonst spannend?
•Das Kerngeschäft: 60% vom 1,5 Mrd. $ Jahresumsatz kommen aus Buchmessen und Buchclubs an Schulen. Riesige LKWs fahren rollende Bücherregale in Turnhallen, Kinder können eine Woche lang shoppen. Dazu gibt's Flyer, über die Kinder bestellen können. Lehrer kriegen für jeden ausgegebenen Dollar einen Bonus für Klassenzimmer-Material.
•Das Problem: Das Kerngeschäft wächst kaum. Scholastic hat erst 2024 das Umsatzniveau von 2019 erreicht. Knappe Schulbudgets und langfristig KI als Ersatz für Lernmaterialien (20% vom Umsatz) sind Gegenwind.
•Die Zukunftswette: Der Entertainment-Bereich. Scholastic hat vor zwei Jahren das Animationsstudio 9 Story Media für fast 200 Mio. $ gekauft (21 Emmys). Statt auf Netflix zu warten, produziert die Firma eigene Serien, vertreibt sie über YouTube und macht Merch-Umsätze. Die YouTube-Follower sind zuletzt von 1,2 Mio. auf 2 Mio. in nur einem Quartal gewachsen. Dazu kommen Filme rund um Hunger Games und Harry Potter, die Buchverkäufe pushen könnten.
Getrieben wird das Ganze von Großaktionärin Iole Lucchese, die als Chief Strategy Officer die Anteile 2021 vom verstorbenen Gründer Richard Robinson geerbt hat. Wenn sie es schafft, aus dem Entertainment-Bereich ein Medien-Imperium mit eigenen Marken zu bauen, wirken 800 Mio. $ Börsenwert (KGV 18) nicht wahnsinnig teuer. Aber das ist eine Zukunftswette bei einer Firma mit Gegenwind im Kerngeschäft.