← ZurückSchmelzendes Eis, frisches Wasser

Schmelzendes Eis, frisches Wasser

OAWS Redaktion20. Mai 20262 Min

Hedgefonds-Legende David Einhorn hat auf der Sohn Investment Conference einen spannenden Case vorgestellt: Versant Media Group. Comcast hat im Januar die meisten seiner Fernsehsender (CNBC, MS NOW, Golf Channel) und digitale Angebote wie die Filmbewertungsseite Rotten Tomatoes als eigenständige Firma abgespalten. Die Aktie von Versant Media hat seitdem über 20% verloren, zwischendurch sogar 40%.

Laut Einhorn liegt das nicht am Geschäft, sondern am Mechanismus nach dem Spin-off: Comcast-Aktionäre haben für 25 Comcast-Aktien je eine Versant-Aktie bekommen. Indexfonds mussten sofort verkaufen, weil Versant klein und nicht in S&P 500 oder Nasdaq 100 ist. Solcher Verkaufsdruck nach Abspaltungen ist typisch und schafft manchmal interessante Einstiegsmöglichkeiten.

Schmelzendes Eis: Das Kabelgeschäft schrumpft, das ist klar. Aber Einhorn argumentiert, dass es langsamer schrumpft als die Börse einpreist. Über 60% der Inhalte bei Versant sind live (Nachrichten, Sport). Das ist der entscheidende Unterschied zu Sendern mit Filmen und Serien, die stärker von Netflix bedroht sind.

Frisches Wasser: Die digitalen Angebote gehen im Lärm unter. Rotten Tomatoes, Fandango (Kinokarten), GolfNow (mit Abstand größte Plattform für Golfplatz-Buchungen). Das Segment wächst und macht knapp 20% vom 7 Mrd. $ Umsatz aus. Längerfristig soll der Digitalanteil auf 50% steigen.

Einhorns Rechnung: Konservativ durchgerechnet sollte die Firma in den nächsten vier Jahren über 60% vom aktuellen Börsenwert (6 Mrd. $) erwirtschaften. Danach bleibt ein Geschäft mit bekannten Marken, wenig Schulden und wachsendem Digitalanteil.

ABER: Das Business hängt an den Werbepreisen. Die Einnahmen sind zuletzt bereits um fast 10% gesunken, und die digitalen Angebote sind noch zu klein, um das alleine aufzufangen.