
Schlaue Brillen
Die Google Glasses waren einer der größten Tech-Flops. Jetzt hat Meta zusammen mit EssilorLuxottica die neuen RayBan-Meta Smart-Glasses rausgebracht – und die Nachrichten sind voll davon.
Meta hat als Teil des Deals 3% an Essilor für 3,5 Mrd. $ gekauft und könnte den Anteil laut Bloomberg auf 5% erhöhen. Ist das ein smarter Deal, und wie groß ist der Markt für KI-Brillen wirklich?
EssilorLuxottica ist der absolute Platzhirsch im Brillen-Game:
•Ein Börsenwert von knapp 150 Mrd. $ und über 50% Marktanteil.
•Ein Portfolio von 150 Marken (inkl. Oakley, Chanel) und knapp 20.000 Filialen.
•Umsatz in 2024 bei 30 Mrd. $, der Großteil kommt durch Brillen; sie verkaufen aber auch z.B. Linsen für Kameras.
Die RayBan-Meta ist in 60% der europäischen RayBan-Stores die am häufigsten verkaufte Brille. 2024 haben sie rund 1 Mio. dieser Brillen verkauft.
Die Analysten Erwartungen:
•Essilor - Smart-Glasses-Umsatz dieses Jahr: ca. 1 Mrd. $.
•Bis 2030 könnte dieser auf 6 Mrd. $ ansteigen.
Ist das realistisch?
Der Essilor-CEO Francesco Milleri denkt, dass Smartphones komplett ersetzt werden. Meta-CEO Mark Zuckerberg ist etwas verhaltener, glaubt aber, dass das Handy ab 2030 öfter in der Hosentasche bleibt.
Was wäre also, wenn die Brillen ähnlich einschlagen wie das iPhone? Die Anzahl verkaufter iPhones ist in den ersten Jahren um 60% pro Jahr gewachsen. Wenn’s bei Essilors & Metas Smart-Glasses ähnlich aussieht, würden sie 2030 15 Mio. Brillen verkaufen. Bei einem geschätzten Umsatz für Essilor von 400 $ pro Brille sind das 6 Mrd. $ Umsatz durch die Brillen in 2030.
Über die letzten zehn Jahre ist Essilors Umsatz so schon um über 15 % pro Jahr gewachsen. Mit dem Smart-Glasses-Boost wären es über 20 %. Solches Wachstum wird teuer bezahlt. Essilor handelt aktuell mit einem erwarteten KGV von knapp 40.