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SAP-Bewertungsfalle

OAWS Redaktion24. Juni 20262 Min

Wieso fällt die SAP-Aktie immer weiter? Das haben uns viele von euch gefragt (unter anderem auf Whatsapp). Erstmal muss man sagen: Mit minus 35% seit Jahresanfang ist SAP immer noch eine der besseren Software-Aktien. Salesforce, ServiceNow, Adobe und Hubspot liegen alle bei minus 40% oder schlechter. Der Hauptgrund ist bei allen gleich: die Sorge, dass KI-Tools klassische Software ersetzen.

Bei SAP wirkt diese Sorge erstmal weit hergeholt. Der CEO vom Pumpenhersteller KSB und der Finanzchef von Hensoldt haben unabhängig voneinander in unseren Samstagsfolgen erzählt, dass sie gerade große SAP-Upgrades durchführen. Bei KSB ist es sogar die größte Investition der Firmengeschichte. Procter & Gamble läuft komplett über ein zentrales SAP-System, bei Nestlé laufen 90% des Business über SAP.

SAP ist so tief und komplex integriert, dass es KI-Tools erstmal schwerer haben als bei anderen Software-Produkten.

Warum fällt die Aktie dann trotzdem?

Kein Zuhause mehr: Software-Aktien waren jahrelang teuer und bei risikoaffinen Tech-Investoren beliebt. Die wechseln jetzt zu Halbleiter- und KI-Aktien mit mehr Wachstumsdynamik. Gleichzeitig sind die Bewertungen in den Value-Bereich gefallen, aber Value-Investoren tun sich mit Software schwer und wollen eine Margin of Safety, die es bei allgemeinen KI-Sorgen nicht gibt.

Schwaches Momentum: Institutionelle Anleger, die stabile Portfolios bauen, holen sich Aktien mit so einem Kursverlauf nicht ins Depot.

Noch nicht spottbillig: SAP kommt auf ein KGV von 18. Weniger als in den letzten Jahren, aber Salesforce ist auf ein 10er KGV abgeschmiert. Für Dividendenjäger sind die 2% Rendite auch kein Argument.

Upgrade-Paradox: Die tiefen SAP-Integrationen bei KSB und Co. zeigen zwar ein stabiles Business. Aber solche Upgrades sind riesige Investitionsentscheidungen. In unsicheren geopolitischen Zeiten sind Firmen damit deutlich vorsichtiger als im Boom.

Langfristig kann das Investment aufgehen. Aber die Börse kann bei bestimmten Bereichen auch lang sehr günstig bleiben. Das war bei Bank- und Tabak-Aktien jahrelang so, die erst in den letzten Jahren richtig aufgeholt haben.