
Sandoz kopiert
Bei Abnehmspritzen denken alle an Novo Nordisk oder Eli Lilly. Sandoz will das Spiel von der anderen Seite aufrollen: als Nachahmer. Die Schweizer stellen Generika und Biosimilars her, also Nachahmerprodukte von Medikamenten, deren Patentschutz abläuft. Damit machen sie 11 Mrd. $ Umsatz im Jahr.
70% vom Umsatz kommen aus dem klassischen Generikageschäft (Blutdruckmittel, Antibiotika). Das läuft stabil, wächst aber kaum. Die eigentliche Wette sind Biosimilars: Nachahmer von komplexen, biologisch hergestellten Medikamenten wie Krebstherapien oder Hormonpräparate. Schwerer herzustellen, dafür deutlich weniger Preisdruck.
•Erster Erfolg: Im Sommer 2025 hat Sandoz als erstes Unternehmen Nachahmerprodukte für Denosumab (Amgen-Blockbuster gegen Osteoporose) in den USA gelauncht. Im ersten Jahr schon 50-62% Biosimilar-Marktanteil.
•Die Ozempic-Perspektive: Semaglutid-Patente laufen in Kanada und Brasilien bereits aus. Sandoz will dort Erfahrung und Daten sammeln, um vorbereitet zu sein, wenn in Europa und den USA in den 2030ern die Patente fallen. Allerdings werden viele Konzerne versuchen, sich in dem Bereich zu positionieren.
•Starkes Jahr: Umsatz 2025 +7%, Aktie auf Jahressicht +90%, dazu eine kleine Dividende von knapp 1%.
Der Börsenwert von 35 Mrd. $ bedeutet ein erwartetes KGV von 20. Das liegt deutlich über dem Schnitt der letzten Jahre (KGV 15). Aber der Markt für Biosimilars wächst stark, weil immer mehr Blockbuster-Patente auslaufen (Keytruda, Enhertu, Eylea).