← ZurückS&P unter Druck

S&P unter Druck

OAWS Redaktion31. März 20262 Min

In zwei Monaten über 20% Minus bei einer Aktie, die als ultrastabil gilt. Der Grund: KI-Sorgen. Genau das ist der Firma hinter dem S&P 500 Index passiert. Zu Recht?

Der S&P 500 Index ist nur ein kleiner Teil der Firma. Nur 20% vom operativen Gewinn kommen aus dem Index-Geschäft. Über 16.000 Mrd. $ stecken in ETFs und Fonds, die sich an S&P-Indizes orientieren. Die Firma kassiert dafür kleine Lizenzgebühren, die am Volumen hängen.

Der Großteil (ca. 50% vom operativen Gewinn) kommt aus dem Rating-Geschäft. S&P bewertet die Bonität von Firmen und Staaten. Wer größere Mengen Cash aufnehmen will, braucht per Gesetz das Urteil einer zugelassenen Ratingagentur. Zusammen mit Moody's und Fitch hält S&P 90% Marktanteil in den USA. Das ist ein Marken- und Größen-Game, kein Technologie-Game. KI ändert daran erstmal wenig.

Wo liegt dann das Problem?

Das Daten-Segment: Seit der Übernahme von IHS für über 40 Mrd. $ verdient S&P 15% vom operativen Gewinn mit Marktdaten. Am wichtigsten: Capital IQ, ein Konkurrent zum Bloomberg Terminal. S&P sammelt und bereitet Finanzdaten auf und verkauft sie als Feed an Plattformen wie TIKR, Koyfin oder Claude for Finance.

Das KI-Risiko: Kunden könnten manche Daten künftig selbst auslesen und aufbereiten lassen.

Die Gegenseite: KI hilft S&P selbst. Mitarbeiter sind einer der größten Kostenpunkte, hier könnte die Firma effizienter werden. Dazu verkauft S&P eigene, nicht öffentliche Daten (z.B. im Rohstoff-Bereich: Standorte von Ölfeldern, Raffinerien, Transportwege). Die hat S&P selbst gesammelt.

Der Börsenwert liegt bei 121 Mrd. $, das erwartete KGV bei 21. Das ist über 20% unter dem Zehn-Jahres-Schnitt von 27. Nicht günstig, aber deutlich günstiger als gewohnt.