
Robo-Reiniger
Tennant stellt industrielle Reinigungsmaschinen her. Bodenschrubber, Kehrmaschinen für Supermärkte, Krankenhäuser oder Flughäfen. Am Frankfurter Flughafen putzen seit 2024 Tennant-Roboter das Terminal 1. In Nord- und Südamerika ist die Firma mit rund 25% Marktanteil Marktführer.
Ende 2025 hat eine ERP-Umstellung den Betrieb fast lahmgelegt. Als das System live ging, sind Bestellungen und Lieferungen komplett zum Stillstand gekommen. Die Folgen: 30 Mio. $ fehlender Umsatz und 22 Mio. $ weniger Gewinn. Bei einem operativen Ergebnis ohne Abschreibungen von 210 Mio. $ im Vorjahr war das deutlich spürbar. Die Aktie hat rund 20% verloren.
Trotzdem ist die Aktie auf Jahressicht 15% im Plus. Der Grund:
•Solides Kerngeschäft: 1,2 Mrd. $ Umsatz, dazu ein lukratives Aftermarket-Geschäft. Über die Lebensdauer einer Maschine kassiert Tennant durch Service und Ersatzteile nochmal fast den ganzen Verkaufspreis obendrauf.
•Robotik als Wachstumstreiber: Die Bodenschrubber fahren immer öfter autonom. 2024 hat Tennant eine exklusive Partnerschaft mit Brain Corp geschlossen (KI- und Navigationssoftware). Statt nur Maschinen gibt's jetzt ein laufendes Software-Abo dazu. Im letzten Quartal hat Robotik fast 10% vom Umsatz ausgemacht.
•Rückenwind durch Arbeitskräftemangel: Reinigungspersonal wird knapper, autonome Maschinen werden attraktiver.
Mit 1,5 Mrd. $ Börsenwert kommt Tennant auf ein erwartetes KGV von 15. Das wirkt selbst für einen klassischen Maschinenbauer bei 5-10% erwartetem Wachstum nicht teuer. Aber so ein ERP-Disaster sollte dafür nicht nochmal passieren.