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Reimann raus
Gestern ging eine Ära zu Ende. Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann hat 2012 mit ihrer JAB Holding eine Mission gestartet: mit über 30 Mrd. $ an Investments ein Kaffee-Imperium aufzubauen, das den Giganten Nestlé angreift. Jetzt, gut 13 Jahre später, ist das Experiment zu Ende.
Woran hat's gelegen? Die Strategie hat auf zwei Säulen gestanden, die beide nicht wie geplant funktioniert haben.
•JDE Peet's: Hier haben die Reimanns viele bekannte Marken wie Jacobs und Peet's Coffee zusammengekauft und für 20 Mrd. $ an die Börse gebracht. Der Markenmix hat aber nie richtig gezündet und der Börsenwert ist bis letzten Freitag auf 15 Mrd. $ gefallen.
•Keurig Dr Pepper: Der zweite große Deal war die Fusion der Kaffeekapsel-Marke Keurig (die damals JAB gehörte) mit dem Softdrink-Hersteller Dr Pepper. Die damalige Pepsi-CEO hat schon 2018 gesagt, dass sie noch auf der Suche nach der "ausgeklügelten strategischen Logik" hinter dem Deal ist – und die hat sich bis heute nicht gezeigt. Denn die Aktie hat sich seit 2018 zwar solide entwickelt, aber vor allem wegen den Softdrinks. Der Kaffee-Part hat das eher runtergezogen.
Die Konsequenz wurde gestern verkündet: Keurig Dr Pepper kauft JDE Peet's für rund 19 Mrd. $. Damit entsteht endlich der erhoffte Kaffee-Riese.
Die Krux an der Sache: Die Reimanns sehen das als Exit. Sie ziehen 13 Mrd. $ an Cash aus dem Deal und investieren das Geld in andere Themen. Anstatt ihre Position auszubauen, halten sie nur die knapp 4%, die sie jetzt schon an Keurig Dr Pepper haben. Dazu werden im Zuge des Deals Dr Pepper und die Kaffee-Sparte wieder getrennt.
Damit ist die große Kaffeeoffensive beendet. Was man draus lernen kann: Eine Strategie, die nur darin besteht, teure Marken zusammenzukaufen, ohne dass eine klare Logik dahintersteckt, ist oft kein guter Investment-Case.