
Profitieren vom Fachkräftemangel
Seit Jahren wird vom Fachkräftemangel in Deutschland gesprochen, 2025 waren fast 700.000 Stellen unbesetzt. Dazu kommt der demografische Wandel, der das ganze Problem noch weiter verstärkt.
Trotzdem ist der Börsenwert vom Finanz- und IT-Personalvermittler Amadeus Fire mit 260 Mio. € auf einem Zehn-Jahres-Tief. Warum?
Anstatt wie die Big Player Adecco oder Randstad alles vom Lagerarbeiter bis zum CEO zu vermitteln, hat Amadeus Fire ein Netzwerk von 100.000 Kandidaten für schwer zu findende Nischen wie SAP-Berater aufgebaut. Außerdem machen sie 40% vom 440 Mio. € Umsatz mit Weiterbildungen. Das sollte eigentlich das konjunkturanfällige Vermittlungsgeschäft ausgleichen, denn knapp 80% der Umsätze aus dem Weiterbildungssegment kommen vom Staat.
Das Problem ist: Durch Umstellungen beim Bundeshaushalt und bei den Jobcentern wird aktuell weniger Weiterbildung vom Staat gezahlt. Deshalb ist der Umsatz in den letzten drei Quartalen im Weiterbildungssegment um 10% gefallen. Und das, während gleichzeitig die Wirtschaft schwächelt. Das Bruttoinlandsprodukt steht auf dem gleichen Stand wie vor fünf Jahren, weshalb Firmen weniger einstellen.
Trotzdem könnten langfristige Investoren ein kapitalarmes Business mit einem erwarteten KGV von 14 günstiger als sonst kaufen und davon profitieren, wenn die Wirtschaft wieder anzieht. Genau so sieht das die Investmentgesellschaft Active Ownership, die hat Ende letzten Jahres knapp 20% an Amadeus Fire gekauft.
Man muss aber bedenken: Die Firma hat 100 Mio. € Schulden, der Umsatz ist zuletzt gesunken, und die operative Marge liegt seit Corona bei 15% oder weniger – früher war das deutlich mehr.