Polen kauft Deutschland

Polen kauft Deutschland

OAWS Redaktion16. Februar 2026

Polnische Firmen haben 2025 so viele Übernahmen in Westeuropa angekündigt wie noch nie. 22 Deals laut Bloomberg und die meisten davon in Deutschland.

Paar spannende Beispiele:

Wirtualna Polska hat für fast 250 Mio. € die Invia Group gekauft, Deutschlands drittgrößte Reiseplattform. Die polnische Medien-Holding ist selbst nur 400 Mio. € wert, zeigt aber genau die Ambition nach Westen.

Pesa, der größte polnische, staatliche Zug-Hersteller, hat den Leipziger Straßenbahnbauer Heiterblick aus der Insolvenz geholt. Produktion wird jetzt ausgeweitet.

Energieriese Orlen betreibt 600 Tankstellen in Deutschland und hat 2024 insgesamt 70 Mrd. € Umsatz gemacht. Aber der Konzern ist mehr: Stromversorger mit Offshore-Windparks in der Ostsee und Gas-Player für Polens Energie-Unabhängigkeit von Russland.

Die Orlen-Aktie ist in den letzten zwölf Monaten um 85% gestiegen. Der Börsenwert liegt bei 30 Mrd. €, damit ist das erwartete KGV bei neun. Klingt günstig, aber der Fünf-Jahres-Schnitt lag bei sechs.

Und der polnische Markt insgesamt? Der Leitindex WIG20 ist in den letzten zwölf Monaten um 30% gestiegen. Beim DAX sind's nur 10%. Das Wirtschaftswachstum passt dazu: Deutschland ist 2025 um nur 0,2% gewachsen, Polen um 3,6%.

Ohne Probleme läuft’s aber nicht. Die Inflation ist im Januar höher ausgefallen als erwartet. Die Zinssenkungen, die für März eingeplant waren, könnten sich jetzt verschieben. Und der Erfolg treibt die Löhne nach oben, das könnte Polen für manche Firmen weniger attraktiv machen. Trotzdem scheint die Gesamtsituation positiv.