
Pleite Griechen? War einmal
Vor 15 Jahren titelte die Bild noch "Pleite-Griechen". Heute wächst die griechische Wirtschaft doppelt so schnell wie der Euroraum-Durchschnitt. Der Athex Composite, Griechenlands Leitindex, hat in zwölf Monaten über 30% zugelegt. Beim DAX waren es unter 10%.
Das hat auch MSCI gesehen: Im Mai 2027 steigt Griechenland wieder in die entwickelten Märkte auf. Während der Schuldenkrise war das Land rausgeflogen und damit auch nicht Teil des MSCI World. Laut Morgan Stanley sollen nach dem Aufstieg netto 700 Mio. € in den Aktienmarkt fließen. Kurzfristig könnte es Verkaufsdruck geben, weil Emerging-Market-Fonds ihre griechischen Positionen abstoßen müssen.
Wie könnte man von der wiedererstarkten Griechen-Wirtschaft profitieren?
•Der ETF-Weg: Mit dem Amundi MSCI Greece gibt es nur einen in Deutschland handelbaren ETF (+33% in zwölf Monaten). Haken: Über 60% stecken in den vier größten griechischen Banken und im griechischen Coca-Cola-Abfüller. Das Fondsvermögen von 400 Mio. € ist überschaubar.
•Kri-Kri Milk: Griechischer Joghurt, boomt dank des Trends zur gesunden Ernährung. Umsatz letztes Jahr +28% auf rund 330 Mio. €. An der Börse nur 660 Mio. € wert.
•Karelia Tobacco: Verantwortlich für jede dreihundertste Zigarette weltweit. Operative Marge von 38%, und auf der Bilanz liegen 700 Mio. € Cash bei nur 1 Mrd. € Börsenwert. Das profitable Business wird also mit knapp 300 Mio. € bewertet. Der Haken: Die Familie hält fast alle Aktien, gehandelt wird kaum was.
•Lamda Development: Hat den alten Athener Flughafen günstig gekauft. Dort entsteht eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas, inklusive Griechenlands erstem Wolkenkratzer. Alle 170 Wohnungen sind verkauft, Durchschnittspreis 3,6 Mio. €. Dazu Hard Rock Casino, Malls und Marinas. Lamda schätzt das eigene Portfolio auf 3,8 Mrd. €, die Börse bewertet die Firma aber nur mit 1,2 Mrd. € plus circa 1 Mrd. € Schulden.
Trotz der guten Voraussetzungen sind das aber keine Selbstläufer.