Planet Fitness am Limit

Planet Fitness am Limit

OAWS Redaktion04. März 2026

Wer ein Fitnessstudio betreibt, hat drei Hebel: neue Standorte, höhere Preise oder mehr Mitglieder pro Studio. Planet Fitness hat vor allem den letzten perfektioniert. Über 20 Mio. Mitglieder bei nicht mal 3.000 Studios, das sind im Schnitt über 7.000 pro Standort.

Möglich ist das, weil über die Hälfte der Mitglieder zwar zahlt, aber nie zum Training kommt.

Aber das Modell stößt an Grenzen. Die durchschnittliche Mitgliederzahl pro Studio ist jetzt das zweite Jahr in Folge gesunken. Das gab's in 15 Jahren noch nie.

GLP-1-Effekt: Laut Morgan Stanley gehen zwar doppelt so viele GLP-1-Nutzer ins Gym wie vor der Behandlung. Aber viele andere brauchen schlicht kein günstiges Fitness-Abo mehr, wenn sie Gewicht über Medikamente verlieren. Planet Fitness baut zwar mehr Kraftgeräte ein, aber ob die Mitgliederdichte dann noch funktioniert, ist fraglich.

Preisschock: 2024 hat Planet Fitness zum ersten Mal seit 1998 die Basispreise von 10 auf 15 $ pro Monat erhöht. Damit ist man nicht mehr überall der günstigste Anbieter. Genau das war aber der Magnet für neue Mitglieder.

Zielgruppe unter Druck: Die eher sparsame Kundschaft hat unter Inflation gelitten. Premium-Ketten wie Life Time Group (Mitgliedschaft ab 300 $ pro Monat) haben zuletzt ihren Ausblick dagegen angehoben und machen fast ein Drittel vom Umsatz mit Extras wie Massagen und Haarstyling.

Schwacher Ausblick: Für 2026 soll der Umsatz 9% auf knapp 1,5 Mrd. $ steigen. Der Jahresstart lief wohl schwächer als erhofft, ausgerechnet in der Phase der Neujahrsvorsätze.

Der Börsenwert ist seit Jahresanfang schon 25% auf 6,5 Mrd. $ gefallen, das erwartete KGV liegt bei 24 (Schnitt der letzten zehn Jahre: 34). Aber es gibt auch Argumente für die Aktie.

Planet Fitness ist im günstigen Segment der mit Abstand größte Player. Der nächste Konkurrent Crunch hat nur ein Fünftel der Filialen.

Dazu sollen Franchisenehmer künftig 7% statt 5% an Planet Fitness zahlen, was Umsatz und Marge längerfristig hochzieht.

Analysten rechnen 2028 mit rund 380 Mio. $ Nachsteuergewinn. Die aktuelle Bewertung entspricht circa dem 17-fachen davon.