
Pizza-Turnaround mit 83
Jack Cowin ist 83 Jahre alt und führt seit letztem Sommer persönlich Domino's Pizza Enterprises (DPE), einen der größten Master-Franchisenehmer von Domino's Pizza mit fast 3.500 Standorten in Australien, Frankreich, Japan, Deutschland und neun weiteren Ländern. Zu seinem Alter sagt er nur: Ich bin genauso alt wie Mick Jagger und der gibt auch noch 3-Stunden-Konzerte.
Warum muss der Gründer selbst ran?
Während Corona hat sich der Börsenwert von 2 auf 10 Mrd. $ fast verfünffacht. Danach kam der Absturz: Das Wachstum konnte nicht gehalten werden, zu viele Filialen auf einmal, zu viele Rabatte. 2025 hat DPE zum ersten Mal seit 20 Jahren einen Verlust gemacht. Zwei CEOs sind in kurzer Zeit gegangen. Seit dem Corona-Hoch ist der Börsenwert um 90% auf knapp 1 Mrd. $ gefallen.
•Cowins Plan: Menü vereinfachen, Rabatte streichen, auf teurere Pizzen fokussieren. Der Preis pro verkaufter Pizza soll in Australien um 70% steigen.
•Erste Ergebnisse: 10% der preissensiblen Kunden in Australien sind abgesprungen, aber der Gewinn pro Filiale ist trotzdem gestiegen.
•Neuer CEO: Ab August soll Ex-McDonald's Manager Andrew Gregory übernehmen.
Die Börse glaubt noch nicht dran. Über ein Fünftel aller Aktien werden leerverkauft. Ohne Discounts könnten Kunden zur Konkurrenz wechseln, und durch Lieferdienste wie Uber Eats gibt's immer mehr Alternativen. Die Umsätze in bestehenden Läden sind zuletzt um 2,5% gefallen.
Das KGV liegt bei 13 (Zehnjahresdurchschnitt: rund 30). Ob DPE da wieder hinkommt, ist fraglich. Zum Vergleich: Collins Foods, der australische Master-Franchisenehmer von KFC, liefert deutlich bessere Zahlen und kommt trotzdem nur auf ein KGV von 17.