
Pferderennen-Monopol
Das Kentucky Derby gibt's seit 1875, es ist eins der ältesten Sportevents der USA. Jedes Jahr profitiert davon die 6 Mrd. $ schwere Firma Churchill Downs. 150.000 Menschen strömen zur Rennbahn in Louisville für die angeblich spannendsten zwei Minuten im Sport. Aber das eigentlich Interessante liegt abseits der Rennbahn.
•Regulatorischer Burggraben: Der Interstate Horseracing Act schützt Pferdewetten vor Konkurrenz durch Prediction Markets und Sportwetten-Anbieter wie DraftKings. Wer Pferdewetten anbieten will, braucht die Zustimmung von Rennbahn-Betreibern, Pferdebesitzern und der Rennkommission. Mit neun Rennbahnen betreibt Churchill die größte Pferdewett-Plattform TwinSpires. Marktanteil: über 60%.
•Wachstumsmaschine: Die sogenannten Historical Horse Racing Machines sind der spannendste Bereich. Spieler setzen auf anonymisierte, vergangene Rennen. Die Maschinen fallen unter Pferdewetten-Recht statt Glücksspiellizenz und können deshalb theoretisch überall aufgestellt werden. Inzwischen hat Churchill das so weiterentwickelt, dass Spieler mit historischen Renndaten sogar legal Blackjack und Roulette spielen können. Das gesamte Wetten-Business macht fast 50% vom Umsatz und wächst zweistellig.
Trotzdem hat die Aktie 2025 über 20% verloren. Louisiana hat die Historical Horse Racing Machines für illegal erklärt, Churchill musste dort Maschinen abbauen und hat die Umsatzerwartungen im Q1 verfehlt. Bei einem erwarteten KGV von 12 ist das aber zum Teil eingepreist. Der Schnitt der letzten drei Jahre lag bei 18.