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Pepsis Identitätskrise

OAWS Redaktion26. Oktober 20262 Min

Wer in den USA bei KFC eine Cola bestellt, bekommt seit fast 40 Jahren Pepsi. Ab Januar gibt's Coca-Cola. Besonders spannend: KFC hat mal zu Pepsi gehört. Die Kette wurde 1986 gekauft und 1997 wieder abgespalten. Jetzt läuft die eigene Ex-Tochter zum Erzfeind.

Finanziell ist der Verlust mit geschätzt 50 Mio. $ Jahresumsatz überschaubar. Aber der Wechsel passt ins Bild. Pepsi ist heute nur noch rund 180 Mrd. $ wert, fast 90 Mrd. $ weniger als beim Allzeithoch im Frühjahr 2023. Das Wachstum kommt fast nur noch aus dem Ausland, in Nordamerika tritt die Firma auf der Stelle.

•Softdrink-Krise: In den USA ist Pepsi zwischenzeitlich nur noch die Nummer vier gewesen, hinter Coca-Cola, Dr Pepper und Sprite. Der CEO gibt selbst zu, dass sie gerade nicht mithalten.

•Snack-Druck: In fast jedem vierten US-Haushalt nimmt mittlerweile jemand eine Abnehmspritze. Diese Haushalte kaufen rund 11% weniger Chips. Dazu greifen viele Amis lieber zur Eigenmarke.

•Zu viele Produkte: Der Hedgefonds Elliott sieht die Breite als Problem. Allein bei Getränken hat Pepsi rund 780 Produkte im Angebot, 70% mehr als Coca-Cola, und verkauft trotzdem weniger. Deshalb streicht Pepsi jetzt fast jedes fünfte Produkt in den USA.

Wo liegt das Potenzial? Pepsi könnte das Getränkegeschäft abspalten. Übrig würde eine reine Snack-Firma ähnlich wie Mondelez bleiben. Und Mondelez wird an der Börse mit einem KGV von 19 bewertet. Pepsi liegt aktuell nur bei 16. Noch spannender: das Abfüller-Modell. Coca-Cola hat die Abfüllung in den USA fast komplett ausgelagert und kommt auf 26 Cent operativen Gewinn pro Dollar Umsatz. Bei Pepsi sind es nur 12 Cent.

So ein Umbau dauert allerdings Jahre. Falls der große Umbau ausbleibt, könnte es für die Aktie schwer bleiben. Bis dahin gibt's immerhin gut 4% Dividende.