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Patent-Klippen-Maxxing?

OAWS Redaktion4. August 20262 Min

AstraZeneca denkt laut Financial Times über eine Mega-Fusion mit Bristol-Myers Squibb nach. Wert des Deals: rund 390 Mrd. $. Zusammen wären sie der viertgrößte Pharmakonzern der Welt. Die Reaktion der Börse: AstraZeneca -7%, Bristol-Myers nahezu unverändert

Denn AstraZeneca ist eine krasse Erfolgsgeschichte. 2014 hat CEO Pascal Soriot eine Übernahme durch Pfizer für 100 Mrd. $ abgelehnt, als die eigene Firma nur 60 Mrd. $ wert war. Er hat damals 45 Mrd. $ Umsatz bis 2023 versprochen und geliefert. Neues Ziel: 80 Mrd. $ Umsatz bis 2030. Dafür fließen jährlich über 14 Mrd. $ in Forschung, in Singapur wird für 1,5 Mrd. $ eine Fabrik gebaut für Medikamente, die noch nicht mal zugelassen sind.

AstraZeneca wird von der Börse also als Wachstums-Story gesehen. Und genau deswegen sind Investoren bei dem Deal skeptisch:

Wachstumsbremse: Analysten trauen AstraZeneca bis 2030 eben rund 80 Mrd. $ Umsatz zu. Bristol-Myers Squibb dürfte bis dahin sogar *weniger* Umsatz machen als heute, weil Patente auslaufen.

Bewertungslücke: Bristol wird mit dem Zehnfachen des erwarteten Gewinns bewertet, AstraZeneca mit dem 16-fachen. Das spiegelt die schwächere Pipeline wider.

Gleiche Challenge: Beide Firmen müssen neue Medikamente entwickeln, um Patent-Klippen auszugleichen. Man vergrößert das Hauptproblem eher. Im Netz gingen Memes rum: "Patent-Klippen-Maxxing".

Aber es sprechen auch Dinge für den Deal. Zusammen könnten sie rund 10% der gemeinsamen Verwaltungs- und Vertriebskosten sparen, also einige Milliarden pro Jahr. Dazu wird AstraZeneca schneller größer im US-Markt, wo sie aktuell unter 50% vom Umsatz machen.

Trotzdem: Vielleicht wär's für AstraZeneca sogar besser, wenn kein Deal kommt. Und das könnte auch gut sein. Die Medikamente überschneiden sich teilweise, was Kartellbehörden nicht gefallen dürfte.