
Palantir-Potenzial
Die Firma, die wir in den letzten 5 Jahren mit am meisten unterschätzt haben, ist Palantir. Lange war die Sorge, dass Palantir eigentlich ein Agentur-Geschäft betreibt: Programmierer direkt zum Kunden schicken, individuelle Lösungen bauen. So ein Modell skaliert bei Margen und Wachstum einfach nie wie ein echtes Software-Business. Dazu ist das Umsatzwachstum von 47% (2020) auf nur noch 17% (2023) eingebrochen.
Und dann ist etwas passiert, das man selten sieht. Palantir hat das Wachstum massiv beschleunigt: 29% (2024), 56% im letzten Jahr, und nach der neuen Prognose von diesem Montag sollen's 2025 über 80% werden. Dazu eine operative Marge von 47% im letzten Quartal (vor einem Jahr unter 30%). Das sieht jetzt wirklich nach Software-Firma aus.
Was den Case besonders macht:
•Kein Kapital: Während andere KI-Firmen Milliarden in Rechenzentren pumpen, hat Palantir letztes Quartal nur 22 Mio. $ für große Investitionen ausgegeben. Die Firma sitzt über den KI-Modellen und hilft Kunden, die sicher einzusetzen.
•Kommerziell getrieben: Das Netzwerk rund um Peter Thiel und Co. ist mächtig, was Palantir hilft. Aber das kommerzielle US-Geschäft ist letztes Quartal fast 150% gewachsen, das Regierungsgeschäft „nur" 90%. Kein reines Politik-Wachstum.
Aber es sprechen auch Dinge gegen Palantir:
•Insider verkaufen: Seit Ende 2024 kein einziger Aktienkauf von Insidern. Karp hat 2025 für über 100 Mio. $ verkauft, Thiel für fast 300 Mio. $. Karp hält zwar immer noch Aktien im Wert von über 5 Mrd. $, trotzdem nicht optimal.
•Die Aktie ist gestern nach neuen Zahlen rund 30% gestiegen auf 390 Mrd. $ Börsenwert. Bei ca. 4 Mrd. $ operativem Gewinn entspricht das fast dem 100-Fachen. Wer davon ausgeht, dass 80% Wachstum noch drei Jahre hält und die Margen stabil bleiben, kommt auf 23 Mrd. $ operativen Gewinn in drei Jahren. Im Verhältnis zu den 390 Mrd. $ gar nicht so absurd.
•Aber Analysten rechnen ab nächstem Jahr eher mit 40% Wachstum. Und 8 Mrd. $ Umsatz in einem Jahr zuzulegen, ist bei einem Produkt, das Sales-Teams und Kundenintegration braucht, schon eine große Challenge.
Long Story Short: Die Zahlen sind stark, die Bewertung ist nicht mehr so absurd wie früher, preist aber schon viel Perfektion ein.