
Optik stimmt
Ende März steigt Jenoptik in den MDAX auf. Danach sah es vor kurzem noch nicht aus. Im Dezember war die Firma 1 Mrd. € wert, mittlerweile sind’s über 1,5 Mrd. €.
Und das, obwohl 2025 operativ schlecht gelaufen ist. Der Umsatz ist laut vorläufigen Zahlen um 5% auf 1 Mrd. € gesunken. Dazu hat der CEO die Firma Mitte Februar verlassen.
Was feiert die Börse da?
• ASML-Fantasie: Jenoptik baut Mikrooptiken und Sensoren für die Halbleiterindustrie. ASML ist der wichtigste Kunde. Die Niederländer haben zuletzt einen starken Auftragseingang gemeldet. Das bedeutet automatisch mehr Aufträge für Jenoptik.
• Neue Fabrik: Im Mai 2025 hat Jenoptik in Dresden eine komplett neue Fabrik eröffnet und knapp 100 Mio. € reingesteckt. Schon ein einziges Staubkorn kann eine Mikrooptik unbrauchbar machen. Deshalb arbeiten die Mitarbeiter in Reinräumen der höchsten Klassen, es herrscht absolutes Make-up-Verbot, und 200 Pfähle wurden 20 Meter tief in den Boden gerammt, um jede Erschütterung abzufangen.
• Wachstumstreiber Rechenzentren: Die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur treiben die Nachfrage nach Halbleitern. Jenoptik erwartet dadurch wieder Wachstum.
Ganz spannend: 2022 hat Jenoptik seine Rüstungssparte Vincorion für 130 Mio. € an einen Finanzinvestor verkauft. Strategisch damals richtig, dann kam aber der Rüstungsboom. Vincorion will demnächst zu einer Bewertung von 850 Mio. € an die Börse. Das ist fast das Siebenfache des Verkaufspreises.
Aktuell wird Jenoptik mit einem KGV von 17 bewertet, das liegt über dem Schnitt der letzten drei Jahre. Aber wenn ASML weiter anzieht, könnte Jenoptik direkt profitieren.