
NVIDIA will 1.000 Milliarden
Die NVIDIA GTC ist die wichtigste KI-Konferenz der Welt, und Jensen Huang hat gestern seine heiß erwartete Keynote abgehalten. Im Zentrum war die Frage: Kann NVIDIA auch bei Inference dominieren? Das ist entscheidend, weil immer mehr KI-Kosten nicht mehr beim Training anfallen, sondern beim täglichen Einsatz.
•Groq-Integration: NVIDIA hat die Technologie des Startups Groq (Kaufpreis: 20 Mrd. $) in einen gemeinsamen Chip überführt, der bereits in Massenproduktion ist. Laut Huang sollten Rechenzentren der Zukunft rund 25% ihrer Kapazität mit Groq-Chips bestücken, den Rest mit den normalen Vera-Rubin-GPUs. Umgerechnet ein Markt von zig Milliarden. Produziert werden die Groq-Chips übrigens von Samsung, nicht wie sonst von TSMC.
•Strom als Argument: Kritiker sagen, NVIDIA könne bei Inference nicht dieselben Preise durchsetzen wie beim Training, weil Inference weniger komplex ist. Huangs Gegenargument: Der Engpass wird Strom sein. Und wenn man mit NVIDIA-Chips mehr KI mit demselben Strom bekommt, zahlt man gern einen Aufpreis für die Chips.
•Anthropic-Lob: Huang nannte drei große KI-Sprünge: ChatGPT, dann OpenAIs denkendes Modell o1, und als Drittes Claude Code von Anthropic. Ein klares Signal, dass er Anthropic über OpenAI stellt (die ein direktes Konkurrenzprodukt haben).
•Umsatzprognose: Bis 2027 soll NVIDIA kumuliert rund 1.000 Mrd. $ Umsatz machen. Für 2027 allein wären das ca. 500 Mrd. $, leicht über den 470 Mrd. $, die Analysten aktuell erwarten. Die Aktie hat kurz 3% zugelegt, ist dann aber wieder auf circa +2% zurückgefallen.
Außerdem hat Huang lang über NemoClaw gesprochen, eine sichere Version der gehypten KI-Agenten-Plattform OpenClaw. Großen Umsatz bringt das nicht, aber er wollte damit vielleicht zeigen: NVIDIA will nicht nur Chip-Lieferant sein, sondern auch Software-Plattform.