
Novos Patentklippe
Novo Nordisk hat auf dem Kapitalmarkttag die Strategie für die nächsten Jahre vorgestellt. Die Börse war nicht überzeugt, die Aktie ist 8% gefallen. Wir haben mit Nicolas Schmidlin von ProfitlichSchmidlin (rund 500 Mio. € verwaltetes Vermögen) gesprochen, der tief in der Pharma-Branche steckt.
•Ein-Produkt-Abhängigkeit: Semaglutid (bekannt als Wegovy und Ozempic) macht rund 70% der Umsätze aus. In etwa fünf Jahren läuft der Patentschutz in den USA und der EU aus.
•Doppelter Druck: Eli Lilly greift mit Tirzepatid (höhere Effektivität, besseres Nebenwirkungsprofil) Marktanteile an. Gleichzeitig herrscht massiver Preisdruck bei GLP-1-Medikamenten. Die Volumen steigen, aber die Umsätze nur unterproportional.
•Bescheidenes Wachstumsziel: Novo will bis 2030 rund 5% pro Jahr beim Umsatz wachsen, bei stabilen Margen. Das klingt machbar, aber das eigentliche Problem kommt danach mit dem Patentablauf.
•Cash-Abfluss statt Ausschüttung: Wenn man heute investiert und Novo würde alle Gewinne der nächsten Jahre ausschütten, würde man tatsächlich einen Großteil seines Invests zurückkriegen. Aber das macht Novo nicht. Sie werden das Geld massiv in Kapazitätsausbau, Forschung und Übernahmen investieren müssen, um die Patentklippe auszugleichen.
•Wachsende Konkurrenz: Neue Eigen-Produkte wie Cagrisema und Amycretin kommen zwar, aber im selben Zeitraum drängen Roche, Amgen, Pfizer und viele weitere in den Abnehmmarkt. Das dürfte den Preisverfall weiter beschleunigen.
Den Patentablauf eines der größten Medikamente aller Zeiten mit einzelnen neuen Produkten auszugleichen, wird extrem schwer. Genau das muss Novo aber schaffen. Das macht den Investment Case laut Nicolas schwer berechenbar.