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Nokias Chip-Wette

OAWS Redaktion24. Juli 20262 Min

Nokia war mal über 100 Mrd. € wert, zeitweise mehr als Apple. Dann kam der tiefe Fall. Jetzt hat sich der Börsenwert innerhalb eines Jahres von 20 auf 50 Mrd. € mehr als verdoppelt. Allein seit NVIDIAs 1 Mrd. $ Investment letzten Oktober ist die Aktie rund 50% gestiegen.

Der Grund: Nokia verdient kein Geld mehr mit Handys, sondern mit Netzwerkequipment. Und neben dem klassischen Geschäft mit Mobilfunktürmen und Glasfasernetzen wächst ein neues Segment:

KI-Boom: Der Umsatz im KI- & Cloudbereich ist im letzten Quartal 105% gewachsen. Insgesamt hat Nokia nur 9% zugelegt, das KI-Business macht mit rund 400 Mio. € erst etwa 10% vom Quartalsumsatz aus.

Eigene Chips: Nokia produziert Indiumphosphid-Chips für optische Datenübertragung. Wenn Rechenzentren von Kupfer- auf Glasfaserkabel umstellen, brauchen sie genau diese Chips. Die Produktion wird gerade stark ausgebaut.

Bewertungsvergleich: Lumentum, ein gehypter Konkurrent im Bereich optische Datenübertragung, macht mit rund 700 Mio. € Quartalsumsatz etwa das Doppelte von Nokias KI-Sparte und ist 60 Mrd. $ wert. Würde man Nokias KI-Geschäft mit der Hälfte davon bewerten, wären das 30 Mrd. € für ein Segment, das nur 10% vom Umsatz ausmacht.

Nokia kommt aktuell auf ein KGV von 25 und 65% Kursplus in diesem Jahr. Zu sagen, Nokia sei nicht teuer, weil Lumentum noch teurer ist, funktioniert natürlich nur, solange Lumentum nicht abschmiert. Trotzdem eine Momentum-Aktie, bei der man die Bewertung zumindest noch greifen kann.